Im Blickfeld
Aktuelles und Zeitgeschehen


In dieser Rubrik finden Sie meine Presse-Erklärungen, Protestnoten, Petitionen, Leserbriefe, Stellungnahmen zum aktuellen Zeitgeschehen von spezieller Bedeutung für die Tierrechtsbewegung aus ethischer Sicht, einen "Workshop", in dem die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit meinen Kooperationspartnern erläutert werden und ein Sammelsurium aus Briefen, Zeitungsartikeln und vielem mehr.


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Presse-Erklärungen

 

Presse-Erklärung: Strategien gegen den Stierkampf

Angesichts des Fortbestandes und Wiederauflebens dieses offenkundig grausamen und sinnlosen Brauches sind alle mit Tierschutz und Tierrechten Befaßte aufgerufen, etwas gegen diese anachronistische Barbarei zu unternehmen. Zwei Stoßrichtungen erscheinen aussichtsreich:

Erstens liegt hier offensichtlich auf der rechtlichen Ebene etwas im argen: Entweder befinden sich die entsprechenden EU-Richtlinien nicht auf der Höhe des mitteleuropäischen moralischen Bewußtseins oder in den Ländern, in denen Stierkämpfe stattfinden, werden die EU-Richtlinien nicht hinreichend umgesetzt. Rechtsexperten sollen eruieren, wo sich die juristische Schwachstelle befindet, damit dagegen wirksame Schritte unternommen werden können.

Zweitens ist die Katholische Kirche, in deren Einflußsphäre diese himmelschreienden Tierquälereien geschehen, offenkundig nicht bereit, ihre Stimme dagegen zu erheben. Deshalb sollen die Gläubigen aufgefordert werden, unter Hinweis auf diesen Skandal aus der Kirche auszutreten. Vielleicht besinnt sich die Kirche dann ihrer moralischen Pflicht, unsägliche Bräuche dieser Art deutlich zu verurteilen.

Dr. Helmut F. Kaplan


 

Presse-Erklärung: zum Welttierschutztag 2002

Ohne Recht kein Schutz

Seit einigen Jahren gibt es eine stetige und steigende Tendenz, den traditionellen Tierschutz in Richtung Tierrechte weiterzuentwickeln. Diese Entwicklung ist zu unterstützen, sind doch Tierrechte letztlich die unverzichtbare Voraussetzung für eine wirksame Tierschutzarbeit. Tierrecht und Tierschutz sind zwei Seiten einer Medaille: Ohne Recht kein Schutz.

Dabei dürfen wir uns nicht damit begnügen, Tieren unverbindliche moralische Rechte zuzugestehen. Ziel muß es vielmehr sein, Tieren einklagbare juristische Rechte zu verleihen. Die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung.

Tierschutzinitiativen dürfen nicht länger als Akte der Gnade und Barmherzigkeit gesehen werden, sondern müssen als Erfordernisse von Recht und Gerechtigkeit begriffen werden.

Dr. Helmut F. Kaplan


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Protestnoten/Petitionen

 

Petition zu der von A.K.T.E. - Arbeitskreis Tierrechte & Ethik und Vitanimaux 2000 initiierten Kampagne "Kein Pelz im TV"

Sehr geehrte Frau Intendantin, sehr geehrter Herr Intendant, sehr geehrte Damen und Herren,

als Tierrechtsphilosoph und Autor von einigen Tierrechtsbüchern und über 250 anderer Publikationen zu diesem Themenbereich schließe ich mich der von A.K.T.E. - Arbeitskreis Tierrechte & Ethik und Vitanimaux 2000 initiierten Kampagne "Kein Pelz im TV" vorbehaltlos an.

In Bezug auf den Umgang mit unserem Mitlebewesen Tier hat in unserer Gesellschaft ein Paradigmenwandel begonnen. Politik und Wirtschaft beginnen ebenfalls wahrzunehmen, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Tier bewusst werden und handeln dementsprechend.

Der Tierschutz erhielt Verfassungsrang, Kaufhäuser schließen ihre Pelzabteilungen und die Zeiten der Legehennen-KZs gehören bald der Vergangenheit an.
Aber wir sind noch weit von einem Idealzustand entfernt. Das Leiden der Tiere geht qualitativ und quantitativ weiter. Die Beendigung jeglicher tierquälerischer Ausbeutung ist heute noch leider Utopie.
Um so mehr sollten nicht nur alle verantwortungsbewussten Einzelpersonen ihren Beitrag zur Erreichung dieses fernen Zieles leisten, sondern alle Gremien und Gruppierungen in unserer Gesellschaft auf dieses Ziel zuarbeiten.

Eine besondere Rolle hierbei fällt dem Medium Fernsehen zu.
Um was geht es?
Pelztierzüchtung und Jagd auf wildlebende Pelztiere bedeuten Tierquälerei. Alle Hintergründe und Fakten über die grausamen Praktiken in der Pelztierzucht sind wohl bekannt. Tiermord und Tierquälerei für die Mode dürfen nicht länger gesellschaftlich akzeptiert werden.
Ich bitte Sie daher, nicht durch positive Darstellungen von Pelz oder Pelzprodukten in Ihren Sendungen für den leider zunehmenden Trend zum Pelz zu werben. Ich bitte Sie, auf Ihre Moderatorinnen und Moderatoren und Studiogäste, soweit dies im Rahmen Ihrer Möglichkeiten liegt, Einfluss zu nehmen, auf Pelze oder pelzbesetzte Garderobe in ihren Sendungen zu verzichten, ebenso Modeschauen über Pelzmode zu boykottieren und Promis und VIP's eine klare Abfuhr zu erteilen, solange sie "bepelzt" sich zur Schau stellen wollen.

Ich appelliere an Ihre moralische Verantwortung gegenüber dem Tier, nicht für eine blutige Mode Pate zu stehen. Vielmehr wäre es wichtig, über die Fakten und Hintergründe der Pelzmode geeignete Reportagen auszustrahlen, die dem Zuschauer die Augen öffnen.

In der Hoffnung, dass Sie dieses Anliegen ernsthaft überdenken, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Dr. Helmut F. Kaplan


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Leserbriefe

 

Leserbrief zu einem Artikel Der Welt

Sehr verehrte Frau Hanika,

da Sie so gerne schreiben, könnte es ja nicht schaden, wenn Sie vorher einmal etwas denken. Oder haben Sie Angst um Ihre Vorurteile?

Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sie schauen einmal in mein Buch "Tierrechte ­ Die Philosophie einer Befreiungsbewegung" und beglücken Ihre Leser erst danach wieder zum Thema Tiere. Das ist für Sie vielleicht eine völlig neue Erfahrung: über etwas schreiben, worüber man, wenigstens ein bißchen, Bescheid weiß.

Sie sind ein Freud-Fan? Umso besser, da haben wir schon etwas gemeinsam: Ich habe über Freuds Psychoanalyse dissertiert. Und im oben angeführten Buch gibt es auch zwei Abschnitte für Psycho-Freaks: "Speziesistische Wahrnehmungsstörungen" und "Speziesistische Denkstörungen".

Lassen Sie mich wenigstens auf zwei Ihrer Aussagen eingehen:

Es sei perfide von den Veganern, sich die Lage der Tiere als Grund für ihre Askese auszusuchen, da sich die Tiere ja nicht wehren könnten: Das ist nicht nur schwachsinnig, sondern auch noch abgeschrieben.

Das "Veganertum" sei vor allem etwas für sehr junge Menschen: Ihre Kolumne ist bis jetzt vor allem etwas für sehr dumme Menschen!

Gute Besserung!


Offener Brief von Helmut F. Kaplan an Michael Aufhauser

Lieber Michael,

aufgrund meines sehr positiven Berichtes über meinen Besuch auf Gut Aiderbichl wurde ich vehement kritisiert. Ich stellte mich immer vor Dich, aber als die Vorwürfe sich immer weiter verdichteten, begann ich, Berichte über Dich und Aussagen von Dir näher zu studieren. Und dabei ergab sich für mich ein Bild, das viel mehr mit dem der Kritiker übereinstimmte als mit meiner eigenen Wahrnehmung aufgrund unseres Gespräches.

Daraufhin analysierte ich systematisch Dein Konzept und kam zu diesem Ergebnis:

Schadet "Tierdiplomat" Aufhauser den Tieren?

Nun gehe ich davon aus, daß Du diesen Text ohnehin kennst. Aber sicherheitshalber möchte ich ihn Dir auch noch direkt zustellen und Dich bitten, dazu Stellung zu nehmen. Schließlich wäre es im Interesse der Tiere höchst wünschenswert, wenn diejenigen, die sich um die Verbesserung ihres Schicksals bemühen, wenigsten untereinander wüßten, welche Ziele verfolgt werden.

Außerdem wurde ich noch gebeten, Dir bei dieser Gelegenheit folgende zwei konkrete Fragen in bezug auf Deine Öffentlichkeitsarbeit zu stellen:

  1. "Wie lautet das Kommunikationsziel?
    Das Kommunikationsziel ist ja ein wichtiger Aspekt der PR. Meines Wissens ist das Kommunikationsziel die ŒWürde der TiereŒ. Was beeinhaltet nun diese Würde exakt: das Lebensrecht, das Recht auf artgerechte Haltung .... und ist das Kommunikationsziel schon durch eine Bewußtseinsänderung erreicht ("Tiere sind lieb."), oder soll auch eine Verhaltensänderung (z. B. Umstellung auf Vegetarismus) erfolgen?
  2. Wie wird dieses Kommunikationsziel evaluiert?
    Aufhauser hat mittlerweile Millionen für seine Öffentlichkeitsarbeit aufgewendet. Wie wird nun der Erfolg dieser Bemühungen gemessen? Aufhauser berichtet stolz, dass er quantitativ stets ein Millionenpublikum (Musikantenstadel etc.) erreicht - aber wie wird dieser Kontakt qualitativ gemessen? Konkret: Wieviele Menschen haben bereits ihr Verhalten (? siehe Frage 1.)) geändert? Wenn die Kommunikationsmaßnahmen nicht evaluiert werden (dann hätte er aber keine professionellen Berater), woher will Aufhauser dann wissen, ob die Strategie stimmt?"

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du zu meiner Analyse Stellung nehmen und diese beiden Fragen beantworten würdest.

Alles Gute und herzliche Grüße

Helmut


Offener Brief von Helmut F. Kaplan an alle Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen

Daß bereits der "ordnungsgemäße" Schlachthausbetrieb eine recht unerfreuliche Angelegenheit ist, ahnen die meisten Menschen wohl. Aber sie wären mit Sicherheit entsetzt, wenn sie wüßten, welch geradezu unglaubliche "außertourliche" Grausamkeiten im Schlachthaus an der Tagesordnung sind. Was läge also näher, als dieses Entsetzen der Menschen für die Tiere nutzbar zu machen:

Die "außertourlichen", ungesetzlichen Grausamkeiten in Schlachthäusern, etwa die fehlende oder mangelnde Betäubung oder das sadistische Quälen von Tieren, sind wohldokumentiert. Was fehlt, ist die breite, systematische und wiederholte Veröffentlichung dieses Materials. Danach müßte es möglich sein, die Menschen zu mobilisieren, Maßnahmen zur Verhinderung dieser überflüssigen und illegalen Grausamkeiten zu fordern. Auch die Schlachthausbetreiber müßten ein Interesse daran haben, vom Vorwurf des ständigen Gesetzesverstoßes befreit zu werden.

Die permanente Video-Überwachung wäre eine einfache und wirksame Möglichkeit, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen in Schlachthäusern zu gewährleisten.

Ich rufe daher alle Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen auf, sich auf allen Ebenen vehement und unnachgiebig für eine lückenlose Video-Überwachung aller Schlachthäuser einzusetzen.

Und, wer weiß: Vielleicht führt die durch diese Kampagne bewirkte Kenntnis von den illegalen Grausamkeiten in den Schlachthäusern dazu, daß die Menschen auch die gesetzlich zugelassenen Grausamkeiten in Frage stellen.

Dr. Helmut F. Kaplan


Offener Brief von Helmut F. Kaplan an Udo Pollmer

Lieber Herr Pollmer,

Sie haben einen bemerkenswerten, leider viel zuwenig beachteten "Offenen Brief an Land- und Fleischwirtschaft" ( http://www.das-eule.de/eulenspiegel0203brieflandwirtschaft.html)
geschrieben. Ich möchte mit Ihnen darüber gerne in einen Gedankenaustausch eintreten. Da dies bis jetzt nicht funktioniert hat (meine Mails vom Juni und August 2003 haben Sie bedauerlicherweise nicht beantwortet), versuche ich es nun auf diese Weise. Vielleicht klappt es ja diesmal.

Sie sind, wie ich dem Internet entnehme, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften. Zweck dieser Einrichtung ist es, die Öffentlichkeit "objektiv und unabhängig" zu informieren.

Also, das mit der Objektivität und Unabhängigkeit funktioniert ja noch nicht so ganz. Gleich im ersten Satz Ihres Briefes an die Land- und Fleischwirtschaft stellen Sie mitfühlend fest: "Wie Sie aus leidvoller Erfahrung wissen, ist vielen Menschen der Appetit auf Fleisch gründlich vergangen ...."

Dann bedauern Sie, daß "tierische Lebensmittel Anlass zu Gewissensbissen" geben, um warnend fortzufahren:

"Dass Fleischessen immer mehr zur Gewissensfrage wird, belegt etwa die Haltung von Schülerinnen in deutschen Großstädten. So verzichtet bereits ein erheblicher Teil auf den Verzehr von Fleisch ­ aus Mitleid mit dem Tier. ( ... ) Wer sich in seiner Kindheit oder Jugend des Fleischverzehrs entwöhnt, verträgt oftmals für den Rest seines Lebens keinerlei Fleisch. Die Generationen hingegen, die Zeit ihres Lebens Fleisch und Wurst gegessen haben, werden das auch noch tun, wenn sie 80 sind ­ die Jungen aber nicht mehr. Das verändert die Märkte ebenso langsam wie unumkehrbar."

Folgerichtig und sorgenvoll stellen Sie dann die bange Frage: "Wann werden Tierschützer das Thema Schlachtung in den Mittelpunkt ihrer Kampagnen rücken?"
Also zumindest diesbezüglich kann ich Sie beruhigen, Herr Pollmer: Das wird schon sehr bald der Fall sein!

Mittlerweile sich bereits vollends mit der Fleischwirtschaft identifizierend, fragen Sie selbstkritisch: "Was haben Land- und Fleischwirtschaft getan, um sicherzustellen, dass Schlachtvieh so wenig wie möglich leidet? Offengestanden zu wenig. Denn wenn heute noch Tiere lebendigen Leibes ausgenommen werden, und seien es "nur" Hühner, gibt es dafür keine, aber auch keinerlei Entschuldigung."

Aber Ihre Sorge gilt nicht etwa den geschundenen Tieren ­ zu früh gefreut! -, sondern deren geschäftsschädigend agierenden Mördern: "Das ist ... ein Tatbestand, der die Branche Kopf und Kragen kosten kann."

Immerhin scheint Rettung noch möglich: Um dem unheilvollen Trend weg vom Fleisch Einhalt zu gebieten, sollte die Landwirtschaft versuchen, "sich in die ernährungsphysiologische Diskussion einzuklinken". Denn:

"Nur so ist dem schlechten Gewissen bei Tisch entgegenzuwirken. Vollmundige Slogans bewirken eher das Gegenteil, weil man verlorenes Vertrauen weder durch Werbung noch durch ’Aufklärung¹ wiedergewinnen kann. Hat ein Kind nachts Angst vor Gespenstern, bringt es nichts, ihm schlichtweg zu erklären, es gäbe keine Geister. Das Kind hat dann zwei Probleme: Erstens vermutet es weiterhin ein Gespenst unter dem Bett und zweitens fühlt es sich von seinen Eltern nicht ernst genommen. Damit ist es nicht nur verängstigt, sondern zudem verzweifelt."

Etwas vergleichbar Ermunterndes und Ermutigendes habe ich seit langem nicht mehr gelesen. Wenn Ihre Analysen auch nur halbwegs zutreffen, dann geht es mit der Fleischindustrie ja ordentlich bergab. Das freut mich persönlich umso mehr, als ich genau diese Diagnose selber seit längerem stelle.

Aber das ist erst der Anfang. Denn mit der Fleischindustrie wird langsam, aber sicher die gesamte Lebensmittelproduktion auf tierlicher Basis verschwinden. Die Fleischindustrie wird die ganze traditionelle, auf Tierausbeutung beruhende Lebensmittelherstellung in den Abgrund reißen.

Da sehen wir die Dinge offenbar ganz ähnlich ­ mit dem Unterschied, daß ich diese Entwicklung begrüße, während Sie sie bedauern:

"Nicht von heute auf morgen, aber für eine Landwirtschaft, die in Generationen denkt, könnte es bald die letzte Generation sein, die Tiere hält. Schon lange bahnt sich eine ernst zu nehmende Alternative zur Schlachtung an: die biotechnologische Erzeugung von Fleisch. Damit ist nicht Sojafleisch gemeint oder jene Schimmelpilz-Hamburger, die sich in Großbritannien eines stabilen Marktes erfreuen, sondern Fleisch, das im Fermenter erzeugt wird. Es sind nicht nur "Fleischforscher", die sich hier einen großen Markt ausrechnen und deren Aktivitäten bereits zu einem ersten Weltpatent für biotechnologisches Fleisch geführt haben. Auch die NASA würde ihre Verpflegung für Raumflüge gerne vor Ort produzieren ­ ohne große Mengen an Futtermitteln zu transportieren, ohne Fäkalien zu beseitigen und ohne den Astronauten eine Schlachtung zuzumuten. Deshalb unternimmt sie große Anstrengungen, um Fleischfasern im Fermenter gedeihen zu lassen. Daneben ist die Pharmaindustrie sehr daran interessiert, menschliches Gewebe künstlich zu erzeugen. Das "Tissue Engineering" wird die gesamte Medizin revolutionieren.
Wenn es aber möglich ist, einen Herzmuskel aus Stammzellen heranwachsen zu lassen, dann ist es eine vergleichsweise einfache Übung, auf diesem Wege einen Schinken zu produzieren. Vielleicht sogar ohne Sehnen und mit mehr Geschmack. Mag sein, dass dies gegenwärtig noch wie Zukunftsmusik klingt. Doch die Gewinnaussichten sind enorm und das technische Handwerkszeug ist vorhanden. Über kurz oder lang wird es biotechnologisches Fleisch geben ­ ohne Tierquälerei, ohne Schlachtung, ohne Umweltbelastung durch Ammoniak oder Klimagase und das alles zu einem viel günstigeren Preis."

Lieber Herr Pollmer, können Sie mir bitte eine Frage objektiv und unabhängig zu beantworten: Was spricht gegen eine solche Entwicklung, die jährlich zig Milliarden von unschuldigen Tieren unermessliches Leiden erspart?

Dr. Helmut F. Kaplan


Leserbrief zu dem Bericht der "Welt" über die PETA-Holocaust-Kampagne

Die Leere in deinem Kopf

Ein selten dämlicher Artikel, den Tobias Kaufmann da fabriziert hat. Aber dank seiner vielen Fehler und Fehlschlüsse disqualifiziert sich dieser Text selbst. Warum um Himmels willen sollen deutsche Schnitzelesser "Profiteure des Holocaust" sein? Was um alles in der Welt soll der Hinweis, daß die Nazis "erwiesenermaßen Tierfreunde waren"? Daß Tierschutz deshalb verboten gehört? Isaac Bashevis Singer war nicht, wie Herr Kaufmann behauptet, Philosoph, sondern Schriftsteller. Dafür war Singer, was Kaufmann offenkundig nicht weiß, Nobelpreisträger.

Geradezu erfrischend schwachsinnig schließlich Kaufmanns Ansicht, Singer dürfe nicht mehr zitiert werden, weil er "längst verstorben" sei. Also, aufgepaßt: Darwin und Freud, Aristoteles und Platon ­ die dürfen alle nicht mehr zitiert werden, weil sie ja schon lange tot sind!

Aber hier geht es ohnehin nicht um Personen, sondern um Fakten. Und die Fakten sind: Die Nazis unterhielten Vernichtungslager mit menschlichen Insassen, und wir unterhalten Vernichtungslager mit tierlichen Insassen. Und, wie der, zugegebenermaßen leider ebenfalls "längst verstorbene", Leonardo da Vinci (das ist kein Schauspieler, Herr Kaufmann, sondern ein Universalgenie der Renaissance) erkannte: "Der Tag wird kommen, an dem das Töten eines Tieres genauso als Verbrechen betrachtet werden wird wie das Töten eines Menschen."

Dr. Helmut F. Kaplan


Zur Kritik des Zentralrates der Juden an PETAs Vergleich zwischen Tiertransporten und dem Holocaust

Der Peta-Spot sei eine Perfidie, sagt Paul Spiegel. Keine Perfidie, sondern ein offener Affront gegen unsere säkulare Gesellschaft ist es, religiöse Sondergesetze für das Schächten zu fordern! Schächten ist eine anachronistische Barbarei und daher in Deutschland aus gutem Grunde verboten. Wem das nicht paßt, der soll auswandern.

Zurück zur Perfidie: Herr Spiegel sollte einmal darüber nachdenken, was denn die Grundlage der Verwechslungsgefahr zwischen Tiertransporten und Menschentransporten ist ­ die faktische und ethische Vergleichbarkeit:

Bei den Nazis gab es Todestransporte und Vernichtungslager mit menschlichen Insassen, bei uns gibt es Todestransporte und Vernichtungslager mit tierlichen Insassen. Und, wie schon Leonardo da Vinci erkannte: "Der Tag wird kommen, an dem das Töten eines Tieres genauso als Verbrechen betrachtet werden wird wie das Töten eines Menschen."

Dr. Helmut F. Kaplan


Leserbrief zu: "Weich ums Herz", von Inga Griese / DIE WELT am 07.12. 2002

Inga Griese berichtet: “Ich stehe in der Werkstatt von Peter Steinbrück in Hamburg, bin fasziniert und weiß nicht recht." Das ist der wahre Kernsatz des Artikels: Sie ist fasziniert, weiß aber nichts. Wer nichts weiß, sollte lieber den Mund halten.

Ob ihrer vermeintlichen Schlauheit triumphierend, schreibt Griese: “Eskimos haben sich wahrscheinlich noch nie gefragt, ob sie politisch korrekt angezogen sind." Kannibalen haben sich wahrscheinlich auch noch nie gefragt, ob sie politisch korrekt essen.

Schließlich erfahren wir: “In Zeiten, wo wahre Werte Konjunktur haben, brummt das Geschäft mit den Pelzen." Welch herzzerreißende Dummheit, welch elende Existenz! Was mag dieser personifizierte Hohlraum wohl unter wahren Werten verstehen?

Solch militanten Hohlköpfen mit Fakten, Argumenten oder gar mit Moral zu kommen, ist zwecklos. Diese Sprache verstehen sie nicht.

Dr. Helmut F. Kaplan



Leserbrief zu: Blubber-Berg für Tokio, 39, 2002, S. 140 ff.

Bei all den Lügen und Dummheiten, die hier verbreitet werden, sollte das Wesentliche nicht vergessen werden: 1) Kein Mensch braucht Walfleisch. 2) Ökonomische Argumente verbieten sich aufgrund des involvierten Tierleides. 3) Anachronistische und barbarische "Traditionen" gilt es zu durchbrechen. So haben wir es mit Menschenopfern und Gladiatorenkämpfen gehalten. Und so sollten wir es auch mit Stierkampf und Walfang halten.

Dr. Helmut F. Kaplan


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Sammelsurium

 

Offener Brief an Daniel Barenboim

Sehr geehrter Maestro Barenboim!

Seit vielen Jahren beschäftigt mich die Frage: Wie ist es möglich, daß große Künstler, insbesondere auch große Musiker, Fleischesser sein können? Da hat mich naturgemäß Ihre Aussage im "Zeit"-Interview (43, 2007) elektrisiert:

"Ich habe lange darüber nachgedacht, wie es sein kann, dass so grauenhafte Despoten wie Hitler oder auch Stalin große Musikliebhaber waren. Meine Erklärung: Für sie war die Musik eine Art Geheimgarten, ein eigenes Reich, das nichts zu tun hat mit dem wirklichen Leben. Und genau diese Trennung: da das Leben, da die Musik, regt mich bis heute auf! Das ist schrecklich. Musik und Leben gehören zusammen."

Erlauben Sie mir daher bitte, meine Frage an Sie persönlich zu richten: Wie ist es Ihnen möglich, Fleisch zu essen, also laufend den Auftrag zu erteilen, daß unschuldige, wehrlose Wesen ohne jegliche Notwendigkeit für Sie getötet werden?

Bei niemand anderem ist diese Frage meines Erachtens so drängend und so berechtigt wie bei Ihnen: Erstens, weil Sie ausdrücklich die Einheit von Kunst und Leben betonen. Zweitens, weil Sie - mit Ihrem West-Eastern-Divan-Orchester - diese Einheit auch konkret und praktisch umzusetzen versuchen.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut F. Kaplan


 

Neue Tierrechtsliste

Ich habe eine eigene Liste eingerichtet: http://de.groups.yahoo.com/group/Tierrechte_jetzt/

Wer Mitglied werden will, bitte eine Mail senden an kaplan@vegetarismus.org mit dem Betreff "Bitte einladen".


 

 

"Shitai no bansan" ( "Leichenschmaus" von Dr. Helmut Kaplan) für japanische Botschafter

Anlässlich der Veröffentlichung des Tierrechtsbuches "Leichenschmaus" in japanischer Sprache sendet der Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E. jeweils ein Exemplar der japanischen Ausgabe als Präsent an die Botschafter Japans in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. A.K.T.E. will mit dieser freundlichen Geste einen Dialog mit den japanischen Regierungsvertretern im deutschsprachigen Raum einleiten, um als ersten Schritt die inakzeptablen Praktiken im Umgang mit "Heimtieren" anzusprechen.

Unser Anschreiben:

Sehr geehrte Exzellenz,

wir möchten Ihnen zuerst unseren großen Respekt gegenüber der alten Kultur Ihres Heimatlandes Japan aussprechen. Ihr Land blickt - ebenso wie die Länder des Westens - auf eine lange Reihe von bedeutenden Kulturleistungen und Traditionen zurück. In den meisten Ländern gingen diese kulturellen Fortschritte mit einer Ablehnung bestimmter archaischer Gewohnheiten einher. Im Osten wie im Westen wurde aber weitgehend vergessen, sich der Tiere in gleichermaßen kultiviertem Umfange anzunehmen, wie im Umgang der Menschen miteinander.

Wir haben uns national und international diesem vernachlässigten Bereich in der menschlichen Kultur - die Vernachlässigung der ethischen Berücksichtigung der Tiere - angenommen.

Deutschland ist das einzige Land der Welt, das Tiere im Grundgesetz verankert hat. Auch das deutsche Tierschutzgesetz dient weltweit als Vorlage zur Verbesserung der teilweise unvorstellbar grausamen Situation, der Tiere schutzlos ausgeliefert sind. Die deutsche Bevölkerung selbst hat ein ausgeprägtes Bewußtsein, was Tierschutz bzw. Tierrechtsfragen angeht. So ernähren sich bereits sehr viele Deutsche vegetarisch. Viel dazu beigetragen hat das Buch "Leichenschmaus" von Dr. Helmut F. Kaplan. Das Buch gilt heute bereits als Klassiker in der Tierrechtsliteratur.

Der 20. März ist deshalb ein "historisches Datum" für die weltumspannende Tierrechtsbewegung, aber vor allem für die aufkeimende Tierrechtsbewegung in Ihrem Heimatlande, denn ab heute steht das Ihnen beigefügte Buch "Leichenschmaus" des Tierrechtsphilosophen Dr. Helmut F. Kaplan der japanischen Bevölkerung in ihrer Landessprache zur Verfügung. Wir möchten Ihnen hiermit dieses Buch schenken, das nun auch Japanern die Möglichkeit bietet, die fast weltweit bekannte Grundlage der Tierrechte kennen zu lernen.

Wir hoffen, dass das Buch für Sie zum Anlass wird, sich selbst über die Mensch-Tierbeziehung Gedanken zu machen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Stefan Bernhard Eck
( Leiter / Sprecher von A.K.T.E)

A.K.T.E.- AKTUELL / 02.04.2005
Stefan Bernhard Eck
(Leiter / Sprecher - Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E.)

eck@tierrechteportal.de
www.tierrechteportal.de
www.frasskultur.de


 

"Fraßkultur" - Gemeinschaftsprojekt des Kooperationspartner A.K.T.E. mit Harry Harper

Frasskultur

Der Rockmusiker Harry Harper und Stefan Bernhard Eck, der Leiter von A.K.T.E. schreiben mit der CD "Fraßkultur" ein neues Kapitel im deutschsprachigen Protest-Song-Bereich. "Tierrechtsrock" - veganer, rockiger Sound in den unterschiedlichsten Stilrichtungen - sarkastische, provokative und selbstkritische Texte, die unter die Haut gehen. "Fraßkultur" ist ein wütender Rundumschlag, der sich in erster Linie an Tierfreunde, Tierschützer und Tierrechtler wendet. Die bekannten "Bedenklichkeiten" innerhalb der TR/TS-Szene werden mit viel Ironie ins Visier genommen. Aber auch mit unserer Gesellschaft, unserer Politik, mit der Religion und der Philosophie wird gnadenlos abgerechnet. Ein Aufruf zum Widerstand gegen die "Fraßkultur" und eine schallende Ohrfeige für alle Pseudo-Tierfreunde. Hier wird nichts beschönigt, nichts wird unter den Tisch gekehrt.

Eine "Kult-CD" für Tierrechtler/innen, geeignet als musikalische Untermalung für Info-Stände und TR-Demos. Auch geeignet als provokatives Geschenk für die Profiteure der "Fraßkultur".

Der Preis für die CD "Fraßkultur" beträgt 10,-- Euro. Die Reinerlöse werden ausschließlich zur Förderung der Tierrechte verwendet. Bestellmöglichkeit über E-Mail an eisvoegel@t-online.de

Download und Hörprobe des Titels "Wach endlich auf!"


 

A.K.T.E.-Kampagne "Leichenschmaus im Bundestag"

Bundestagsbild mit Buch Leichenschmaus

Zum Jahresende 2003 startete der Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E. wieder eine originelle und professionelle Kampagne für die Rechte der Tiere, die ihre Wirkung - so hoffen wir - nicht verfehlen wird.

An dieser relativ kostspieligen Aktion beteiligten sich u.a. Vitanimaux 2000 e.V., "Initiative jagdgefährdeter Haustiere", IG Tierschutz Siegen, Kameha-Versand für tierversuchsfreie Kosmetika sowie die "Berliner A.K.T.E.-Freunde" und der Tierrechtsphilosoph Helmut Kaplan.

"Leichenschmaus im Bundestag": Mit dieser Kampagne wollten wir den Damen und Herren Parlamentariern nicht ihr Weihnachtsfest mit Gänsebraten oder Wildlachs verderben, sondern vielmehr die Bundespolitiker behutsam mit dem Tierrecht-Gedanken näher vertraut machen. Hierzu erhielten sämtliche Parlamentarier des Deutschen Bundestages (603 Personen) jeweils ein Exemplar des 200 Seiten umfassenden Buches "Leichenschmaus" von Dr. Helmut Kaplan als schön verpacktes Weihnachtsgeschenk. Dieses Buch, das man als Klassiker in der deutschsprachigen Tierrechtsliteratur bezeichnen kann, behandelt zwar ein heikles und kontroverses Thema, aber gerade Weihnachten, das Fest des Friedens, der Liebe und der Besinnlichkeit, das leider aber meistens mit ausschweifenden Tafelfreuden verbunden ist, eignet sich dazu, darüber in aller Ruhe nachzudenken. In unserem Begleitschreiben baten wir die Abgeordneten deshalb, die vorgebrachten Argumente über die Feiertage einmal zu überprüfen, da wir der festen Überzeugung sind, dass unsere ethischen Wertsetzungen und unser Verhalten gegenüber den Tieren einer gründlichen Revision bedürfen.

Wir hoffen, dass durch die Lektüre zumindest ein Hinterfragen in Beziehung auf den Tierumgang in der "Nutztier-Haltung" stattfinden wird, und dass vielleicht der eine oder der andere Bundespolitiker seinen Einfluss als Parlamentarier zukünftig zugunsten von Mensch UND Tier stärker geltend machen wird. Wenn sich einige Parlamentarier bei der nächsten Agrarabstimmung an die Lektüre des Buches "Leichenschmaus" erinnern und "pro Tier" votieren würden, so wäre dies ein Erfolg für die Tierschutz- und Tierrechtsbewegung, aber vor allem für die betroffenen Tiere.

Noch vor den Feiertagen erhielten wir die ersten Schreiben und Reaktionen von Abgeordneten aller Parteien, die auf einen Erfolg versprechenden Dialog zu dem Themenkomplex Tierrechte und Tierschutz hoffen lassen. Wir werden im Verlauf des Jahres versuchen, diesen Dialog mit den Bundespolitikern auszubauen und zu vertiefen. Wir werden vor allem mit jenen Abgeordneten einen intensiven Gedankenaustausch anstreben, die in Ausschüssen mit tierschutz- und tierrechtrelevanten Fragen konfrontiert sind, um auf die eklatanten Missstände in der „Nutztier- und Massentierhaltung“ aufmerksam zu machen.

Wir danken an dieser Stelle allen Bundestagsfraktionen für ihre Hilfsbereitschaft und spontane Unterstützung durch die Auslieferung unserer Weihnachtsgeschenke im Deutschen Bundestag und in den jeweiligen Fraktionsgeschäftsstellen. Ganz herzlich danken wir auch unseren Freunden und Kooperationspartnern - Vitanimaux 2000 e.V., "Initiative jagdgefährdeter Haustiere", IG Tierschutz Siegen, Kameha-Versand für tierversuchsfreie Kosmetika sowie den "Berliner A.K.T.E.- Freunden" und Dr. Helmut Kaplan - für ihre finanzielle Unterstützung und Mitarbeit an diesem Projekt.

Einen ausführlichen Bericht über die Kampagne "Leichenschmaus im Bundestag" nebst unserem Begleitschreiben an die Parlamentarier finden Sie auf der A.K.T.E.-Homepage


 

Interview mit Helmut F. Kaplan im Focus - Ausgabe Nr. 3 v. 17. Januar 1994

Freiheit für Forellen!
Teile der Tierschutzbewegung werden immer radikaler. Helmut F. Kaplan zählt zu den Chefideologen dieser "Tierrechtler".



Focus: Erklären Sie uns bitte den Unterschied zwischen Tierschützern und Tierrechtlern.

Kaplan: Traditionelle Tierschützer halten die Nutzung von Tieren für menschliche Zwecke für prinzipiell zulässig. Sie fordern lediglich eine Humanisierung der Ausbeutung. Tierrechtler fordern das Ende der Ausbeutung. So wie Schwarze nicht für Weiße und Frauen nicht für Männer da sind, so sind auch Tiere nicht für den Menschen da.

Focus: Immer mehr Menschen meiden Fleisch - oder reduzieren zumindest ihren Fleischkonsum -, weil sie von den oft widerwärtigen Zuständen in der Massentierhaltung abgestoßen werden. Sie verschmähen aber auch Fleisch von glücklichen Kühen und von Wildtieren?

Kaplan: Es gibt keine leidensfreie Form der Fleischproduktion. Nur ein Grund dafür: Auch die Tiere des "Biobauern" müssen geschlachtet werden. Und so etwas wie eine "biologische Schlachtung" gibt es nicht.

Focus: Aber die Tiere haben wenigstens ein glückliches Leben gehabt.

Kaplan: Das ist ein unglaublich zynischer Einwand! Das ist, wie wenn ein Mörder sich rechtfertigen würde mit dem Argument: Ich habe mir ein Opfer ausgesucht, das ein glückliches Leben hatte.

Focus: Ihr Hauptargument: Mensch und Tier sind gleich?

Kaplan: Völliger Unsinn! Natürlich sind Menschen und Tiere nicht gleich - so wie auch Menschen untereinander nicht gleich sind. Aber: Soweit Menschen und Tiere - und Menschen untereinander - ähnliche Interessen haben, da sollen diese Interessen auch gleich ernst genommen und moralisch berücksichtigt werden. Zum Beispiel: Weil alle Menschen ein Interesse an angemessener Unterkunft und Nahrung haben, müssen wir dieses Interesse auch bei allen gleich berücksichtigen und keine Diskriminierungen etwa aufgrund der Hautfarbe vornehmen. Und: Weil sowohl Menschen als auch Tiere leidensfähig sind, müssen wir das Interesse, nicht zu leiden, bei Menschen und Tieren gleich berücksichtigen. Es gibt keinen Unterschied, der hier eine ungleiche Behandlung von Menschen und Tieren rechtfertigen würde.

Focus: Sie sind auch gegen die "Ausbeutung" von Tieren und lehnen Produkte wie Milch, Käse, Eier ab.

Kaplan: Ich bin seit 1963 Vegetarier und seit drei Jahren Veganer ...

Focus: So heißt das?

Kaplan: Ja. Milch- und Fleischproduktion lassen sich nicht auseinanderdividieren. Denken Sie nur daran, dass eine Kuh immer wieder befruchtet werden muss, um ständig Milch zu geben. Die Kälber werden zu Fleisch verarbeitet. Nach einigen qualvollen Jahren als lebendige Produktionsmaschine erwartet die Kuh das gleiche Schicksal.

Focus: Sie lehnen jegliche Tierprodukte ab? Pelze sowieso?

Kaplan: Pelze sowieso. Auch die Lederindustrie ist mit der Fleischindustrie untrennbar verbunden.

Focus: Das dürfte besonders den Schuhkauf schwierig machen. Was halten Sie von Zoos?

Kaplan: Sie gehören abgeschafft. Zoos sind Gefängnisse, in denen alle Insassen eine lebenslange Haft verbüßen.


Focus: Tierversuche lehnen Sie prinzipiell ab?

Kaplan: Ja.

Focus: Auch wenn es um die Bekämpfung tödlicher Krankheiten geht? Stellen Sie sich vor, hundert Affen müssten sterben, um ein Heilmittel für Millionen Aidskranke zu entwickeln.

Kaplan: Abgesehen davon, dass dies eine völlig unrealistische Fragestellung ist: Es gibt viele Dinge, die nützlich wären, aber dennoch unmoralisch und verboten sind. Zum Beispiel Menschenversuche. Tierversuche sind und bleiben Verbrechen an Wehrlosen.

Focus: Wie weit geht in Ihren Augen die ethische Gleichwertigkeit von Mensch und Tier? Bis zur Maus, bis zum Wurm, bis zum Käfer? Gnade für die Schnake, Erbarmen mit dem Kakerlak?

Kaplan: Auf keinen Fall dürfen wir gleich zuschlagen, sondern wir müssen auch hier zuerst unseren Kopf benützen und uns fragen: Was ist in der jeweiligen Situation möglich, angemessen und verhältnismäßig?

Focus: Es ist doch unbestritten, dass der Verzehr von Tieren bei den allermeisten Völkern und Kulturen üblich ist und war.

Kaplan: Es kommt immer auf die konkrete Situation mit ihren konkreten Notwendigkeiten an. Es ist ein Unterschied, ob ich, wie die Steinzeitmenschen, Tiere töte, um zu überleben, oder ob ich, wie heute, Tiere töte, um meinen Gaumen zu kitzeln. Außerdem: Unser heutiger Fleischkonsum ist eine der Hauptursachen für das Welthungerproblem. Tiere benötigen zirka 90 Prozent des Futters zur Aufrechterhaltung ihres eigenen Stoffwechsels. Wenn wir alle vegetarisch leben würden, könnten wir zehnmal so viele Menschen ernähren.

Focus: Tiere fressen einander, manche fressen auch Menschen. Die Natur ist, leider Gottes, nun mal ziemlich gewalttätig eingerichtet.

Kaplan: Natur? Wir betreiben doch hochtechnisierte Massenhinrichtungen! In einem Punkt gibt es keine Ähnlichkeiten zwischen fleischfressenden Tieren und Menschen: Die Tiere müssen es tun, aber wir haben Entscheidungsfreiheit.

Focus: In Ihrem letzten Buch bezeichnen Sie Fleischer, Köche und Pelzhändler als "Mörder". Warum dieser Verbalradikalismus?

Kaplan: Wieso Radikalismus? Mord ist vorsätzliche Tötung aus niedrigen Beweggründen. Solche liegen wohl vor, wenn man unschuldige Tiere für einen kurzen Gaumenkitzel oder für die Lust am Luxus lebenslang leiden und qualvoll umbringen lässt.

Focus: Aber der Koch, der einen Fisch tötet und zubereitet, hat nun sicher kein Unrechtsbewusstsein; das hat er so gelernt und schon immer so gemacht. Schauen Sie meine Lederjacke an: Bin auch ich ein Mörder?

Kaplan: Faktische Verbrechen kann man nicht psychologisch wegdiskutieren. Auch bei den Naziverbrechen wollte es am Ende keiner gewesen sein.

Focus: Dann haben Sie wohl auch Verständnis für Leute, die Stall- und Versuchstiere befreien oder Hochsitze zerstören, um Jäger zu behindern.

Kaplan: Mehr als Verständnis sogar. Ohne Gegengewalt wird es nicht gehen. Wir behandeln die Tiere so, wie früher die Sklaven behandelt wurden. Die Befreiung von Sklaven verstieß auch gegen geltende Gesetze. Vor diesem historischen Hintergrund müssen Befreiungsaktionen gesehen und bewertet werden.

Focus: Umweltschützer fordern, Rehe und Hirsche stärker zu bejagen, um Fraßschäden im Wald zu verringern!

Kaplan: Für den Umweltschützer zählen nur Tierarten, nicht individuelle Tiere. Der ungeheure Zynismus des ökologischen Tierschutzbegriffs wird deutlich, wenn man diese Logik auf den Menschen anwendet: Sklaverei, Folter und Massaker sind ganz in Ordnung, solange nur sichergestellt ist, dass dadurch nicht die ganze Rasse ausgerottet wird!

Focus: Sie raten Ihren Lesern, sich beim Anblick eines Restaurant-Aquariums vorzustellen, die Forellen seien kleine Kinder. Und stellen die Leser dann vor die Alternative: mit Gewalt retten oder hinschlachten lassen. Sie müssen sich vorhalten lassen, selbst Gewalt zu predigen.

Kaplan: Ich unterscheide streng zwischen Gewalt gegen Sachen und Gewalt gegen Menschen. Letztere lehne ich ab. Aber, zum Beispiel: Hier um die Ecke ist eine Buchhandlung, in der eine ganze Auslage Jagdbüchern gewidmet ist. Solche Auslagen sollten solange eingeschlagen werden, bis sich niemand mehr traut, solche Auslagen zu gestalten.Vor solchen Aktionen muss man natürlich versuchen, andere Wege zu gehen.

Focus: Zum Beispiel, was schon häufig geschehen ist, den Verantwortlichen für Tierversuche drohen?

Kaplan: Ja.

Focus: Sie vergleichen heutige Schlachthäuser mit dem KZ Auschwitz. Sie haben geschrieben: "Alles, was die Nazis den Juden angetan haben, praktizieren wir heute mit den Tieren." Sie gestatten, dass ich diesen Vergleich reichlich deplaziert und geschmacklos finde.

Kaplan: Lesen Sie die Berichte über das, was die Nazis in den KZs mit Juden gemacht haben. Und lesen Sie die Berichte über das, was wir heute in Versuchslabors und Schlachthäusern mit den Tieren machen. Dann fällt es Ihnen wie Schuppen von den Augen: Die Parallelen sind lückenlos. Genau aus diesem Grund ist der Vergleich zwischen Menschen-KZs und Tier-KZs von deutschen Gerichten als zulässig erkannt worden. Auch der jüdische Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer hat geschrieben: "Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi. Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka." Wer vor dem unendlichen Leid, das es auf der Welt gibt, die Augen verschließt, verwirkt sein Recht auf Glück.

Focus: Dankeschön. Ich habe keine weiteren Fragen mehr.

(Interview: Frank Gerbert)


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Stellungnahmen

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

einem Wort-Protokoll Ihrer Sendung vom 15. 1. 2004 auf RBB-Brandenburg entnehme ich, daß dort von Jutta Dittfurth folgende Aussagen über mich gemacht wurden:

  1. Ich sei "Chef-Ideologe" bzw. "zentraler Philosoph" von PeTA.
  2. Ich behaupte, daß Hühner mehr wert seien als Juden.

Außerdem wurde mir berichtet, daß die Gestaltung des Beitrags geeignet sei, den Eindruck zu erwecken, die PeTA-Kampagne sei von mir initiiert.

Lassen Sie mich bitte mit dem letzten Punkt beginnen: Mit der PeTA-Kampagne habe ich nur insofern etwas zu tun, als ich beim letzten Bild auf www.masskilling.com zitiert werde, und zwar aus dem Buch "Eternal Treblinka". Nichtsdestotrotz begrüße ich diese Kampagne außerordentlich, weshalb ich es umso mehr bedaure, daß sie von den Medien völlig verzerrt dargestellt wird. Bevor die PeTA-Kampagne in Deutschland gestartet werden wird, werde ich daher einen Beitrag, der der Versachlichung der Diskussion dient, verfassen.

Nun zu obigen Aussagen:

Ad 1) Diese Behauptung ist falsch.

Ad 2) Diese Behauptung habe ich nie aufgestellt und ich halte sie für völlig absurd.

Da die erwähnten Falschmeldungen über mich nun binnen kurzer Zeit mehrfach wiederholt wurden, würde ich es begrüßen, wenn Sie mir anläßlich der PeTA-Kampagne in Deutschland die Gelegenheit zur Stellungnahme geben würden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Helmut F. Kaplan


 

Das Wahre, Gute und Schreckliche

Jüngst sah ich eine Sendung über den Dirigenten Kurt Masur: Masur in Leipzig, Masur in Berlin, Masur in New York, Masur in Paris. Interessant und beeindruckend. Bei solchen Gelegenheiten beneide ich immer diese Menschen, die ausschließlich das tun, was sie tun wollen. Wobei "beneiden" der falsche Ausdruck ist, denn ich mache auch ausschließlich das, was ich will: Tieren helfen. Dafür bin ich dankbar, das bedeutet aber auch eine große Verantwortung.

Doch zurück zu diesem Bericht über Masur. Überall auf der Welt das gleiche Bild: festlich gekleidete Musiker, festlich gekleidete Zuhörer, schöne Musik und feierliche Stimmung. Aufgabe der Tierrechtsbewegung ist es, dafür zu sorgen, daß es solch ungetrübten Kunstgenuß nicht mehr gibt. Es darf kein Tag mehr vergehen, an dem in den Medien nicht über die Massaker an Tieren berichtet wird. Und es darf vor allem kein Tag mehr vergehen, an dem nicht über Aktionen gegen diese Massaker berichtet wird.

Solange Terror, Folter, Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind, darf es keine reine Freude an schöner Musik mehr geben.


 

Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Amerikaner

George W. Bush demonstriert gerade, wie man in wenigen Monaten die kulturellen Errungenschaften von Jahrtausenden zunichte machen kann. Es zählt nur mehr, was bereits in der Steinzeit galt: das Recht des Stärkeren. Vielleicht hat es aber auch sein Gutes, wenn dieser Polit-Prolet jetzt Amok läuft: Wir beginnen zu ahnen, wie es ist, so behandelt zu werden, wie wir Tiere behandeln.



Was kann man eigentlich noch guten Gewissens essen?


Im Zusammenhang mit BSE und anderen Tierseuchen hört man immer wieder den Stoßseufzer: "Was kann man eigentlich noch guten Gewissens essen?", womit gemeint ist: "Was kann man eigentlich noch essen, ohne befürchten zu müssen, krank zu werden?" Diese Frage entlarvt auf drastische Weise die menschliche Unmoral: "Guten Gewissens" wird nicht mehr im ethischen, sondern im egoistischen Sinne verstanden!





Dumm oder schlecht?

Ich habe ja nie behauptet, ein besonders freundliches Bild vom Menschen zu haben. Meine häufigste Frage in bezug auf menschliches Verhalten lautet denn auch: Ist das nun auf Dummheit oder auf Schlechtigkeit zurückzuführen? Genau diese Frage stellt sich mir auch angesichts eines "Witzes" auf der Titelseite der Kronen Zeitung vom 11. 11. 2002 ("Heute ist Martini ..."). Zu sehen ist ein Koch mit freundlicher Miene, der hinter seinem Rücken bereits das Schlachtmesser bereithält. Mit der anderen Hand versucht er, eine skeptisch dreinblickende Gans mit Futterkörnern anzulocken.

Was denken sich die Leute eigentlich bei einem solchen Bild? Sind sie wirklich so dumm, daß sie diese bodenlose Gemeinheit nicht kapieren, oder sind sie wirklich so schlecht, daß sie Spaß an ihr haben?


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Förderkreis-Infos

 

H. F. Kaplan, April 2004

nachdem der Rowohlt Verlag 2003 mein Buch "Leichenschmaus" nach 10 Jahren und 3 Auflagen aus dem Programm genommen hatte, erschien es mir im ersten Augenblick ein Problem zu sein, die noch verbliebenen Exemplare alle sinnvoll einzusetzen. Sehr schnell stellte sich aber heraus, daß die Nachfrage viel größer als das verbliebene Buch-Kontingent war:

Auf mein Angebot, Exemplare des vorerst einmal vergriffenen Buches zu einem günstigen Preis erwerben zu können, erhielt ich viele Bestellungen. Und befreundete Vereine und Personen organisierten Aktionen, im Rahmen deren die Bücher besonders wirksam eingesetzt werden konnten.

Die Umsetzung dieser Aktionen, an denen ich selber nicht federführend beteiligt war, gewann rasch eine Eigendynamik, die zur Folge hatte, daß für die Versorgung der Buch-Besteller keine Exemplare mehr vorhanden waren. Deshalb hoffe ich sehr, daß es in absehbarer Zeit zu einer Neuauflage kommt.

Für die Tierrechtsbewegung und vor allem für die Tiere ist die Verwertung, der die Bücher jetzt zugeführt wurden, aber bestimmmt ein Glücksfall. So erhielten etwa im Rahmen einer sehr aufwendigen Aktion vor Weihnachten alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages ein Exemplar von "Leichenschmaus". Es genügt ja nicht, Gedanken und Konzepte zu erarbeiten und Bücher zu schreiben, sondern man muß auch dafür Sorge tragen, daß diese an jenen Stellen wahrgenommen werden, wo die Entscheidungen getroffen werden. Eine ausführliche Dokumentation dieser wichtigen Aktion findet man im Internet hier unter Sammelsurium.

Die letzten Wochen waren immens turbulent und anstrengend, weshalb dieser Bericht auch so spät erstellt wird. Obwohl ich immer und überall versuche, Arbeit einzusparen, nimmt das zu Erledigende dennoch in erschreckendem Maße zu.

Obwohl ich eine Arbeit, die ich unbedingt noch bis zum Frühjahr abgeschlossen haben wollte (über die evolutionäre Kontinuität und deren ethischen Implikationen), verschoben habe, komme ich dennoch mit der Arbeit kaum zu Rande. An laufenden Dingen, die es zu erledigen gilt, fallen an unter anderem an: E-Mails (ca. 50 pro Tag), regelmäßige (wöchentliche) Veröffentlichungen auf www.fellbeisser.de, Betreuung des Forums auf meiner Homepage (aufwendig, aber sehr erfolgreich).

Hinzu kommen viele weitere administrative Aufgaben inklusive Steuererklärungen usw. (für einen Menschen, der bezüglich Zahlen so begabt ist wie ich, die Hölle!).

Und, zu allem Überfluß: Endloser Ärger mit Animal Peace (AP): Dort war ich vor Jahren einmal im Vorstand, hatte aber de facto niemals etwas mit Finanziellem oder Organisatorischem zu tun. Obwohl ich vor Jahren mehrfach von meiner Funktion zurückgetreten bin, bin ich jetzt auf wundersame Weise zum letzten AP-Boß mutiert und bekomme in dieser Eigenschaft laufend Gerichtsbeschlüsse und Zahlungsaufforderungen. Eine völlig abstruse Geschichte, die abzuklären und abzuwehren mich entsetzlich viel Ärger, Nerven und Zeit kostet.

Zu Jahresanfang begann ich mit der Arbeit an einem sehr umfangreichen und nervenzehrenden Text über den Veganismus ("Das vegetarisch-vegane Manifest"): Dies ist ein wahres Minenfeld, weil man für die einen immer zu radikal und für die anderen immer zuwenig radikal ist.

Im Februar mußte ich diese Arbeit unterbrechen (mittlerweile bin ich zum Schluß gekommen, daß ich den Text von Grund auf überarbeiten muß), um mit der Konzeption für einen Begleittext zur Holocaust-Kampagne von Peta zu beginnen - wieder eine eher undankbare Aufgabe, wird doch diese Kampagne, die in Deutschland eben verboten wurde, auch von den meisten Tierrechtlern abgelehnt. Aber ich denke, daß es mir gelungen ist, mit diesem Text ("Wahrheitsverachtend!") alle gängigen Kritikpunkte an dieser Aktion überzeugend zu entkräften. (Inwiefern dies zur Kenntnis genommen wird, steht freilich auf einem anderen Blatt.)

Es gibt viel zu tun, also arbeiten wir, so lange wir können!

Viele Grüße
HFK

PS: 2 wichtige Informationen:

Die neuen Bank-Nummern für mein Konto:
IBAN: AT145500000002823252
BIC: SLHY AT 2S

Meine neue Postadresse: Dr. Helmut F. Kaplan
Petersbrunnstraße 9
A - 5020 Salzburg


H. F. Kaplan, Dezember 2003

In letzter Zeit hat die Arbeit derart überhandgenommen, daß ich nicht mal mehr dazukam, mir darüber Notizen zu machen. Daher ist der folgende Tätigkeitsbericht wahrscheinlich höchst lückenhaft. Wer regelmäßig www.fellbeisser.de besucht, weiß, daß ich dort seit längerer Zeit jede Woche mindestens einen Text veröffentliche – mit phantastischer Resonanz!

Immer wieder muß die Arbeitsplanung über den Haufen geworfen werden, weil es gilt, auf Aktuelles sofort zu reagieren. Jüngstes Beispiel: Michael Miersch, einer der fleißigsten und fanatischsten Feinde der Tierrechtesbewegung, hat in der ZEIT einen Artikel publiziert, in dem er versucht, eine neue Argumentationsstrategie gegen Tierrechte aufzubauen. Darauf mußte sofort reagiert werden – und kostete drei volle Arbeitstage. Schließlich muß hier extrem solide und konzentriert gearbeitet werden.

Was mir gerade einfällt: Auf meiner Homepage www.tierrechte-kaplan.org ist nun das Forum eröffnet worden! Eine tolle Sache, aber natürlich mit noch mehr Arbeit verbunden.

Lieder hat "Leichenschmaus" seinen zehnten Geburtstag nicht lange überlebt. Rowohlt hat sich entschlossen, das Buch aus dem Programm zu nehmen. Das ist natürlich höchst bedauerlich und ich hoffe auch, daß das Buch anderswo in absehbarer Zeit wiederveröffentlicht werden kann. Aber angesichts der immer dramatischer werdenden Verlagssituation, in der zunehmend überhaupt nur mehr Bestseller-verdächtige Bücher gedruckt werden, sind zehn Jahre, insbesondere für ein Thema dieser Art, doch eine recht passable Bilanz.

Der prominente Umwelt- und Tierschutzaktivist Hans-Jürgen Lutz hat eine sehr gute Rezension über mein jüngstes Buch "Ethische Weltformel" verfaßt, die überall verbreitet wurde. Hier ein Auszug:

"In der intensiven Postulierung der Integration von Tier UND Mensch liegt die eigentliche Genialität von Kaplans Werk – einfach, klar, wirksam und praktikabel. Näheres unter www.tierrechte-kaplan.org.

"Die ethische Weltformel" gehört in alle Sprachen dieser Welt übersetzt und sollte Richtschnur für jeden verantwortungsbewußten Menschen sein – Kriege, Unterdrückung, Ausbeutung, Massentierhaltung, Jagd, Tierversuche, Xenotransplantationen, "Pelztiere", Tiertransporte und so gut wie alle anderen Tier- und Menschenquälereien würden der Vergangenheit angehören!"

Auf dem TV-Kanal RBB-Berlin wurde am 25. September die Sendung "Planet der Menschen" mit einem ausführlichen Interview mit mir ausgestrahlt. Hier die Information zu dieser Dokumentation auf www.fellbeisser.de:

"Tip: Bezugsmöglichkeit Videotape "Planet der Menschen"

Bei einer momentanen Bevölkerung von 6,3 Milliarden existiert kaum ein Landstrich, der nicht durch den Einfluss des Menschen verändert wurde. Ursprüngliche Wildnis gibt es kaum noch. Heute sind über 11000 Tierarten akut vom Aussterben bedroht. Bis zum Ende des 21 Jahrhunderts werden fast 50% aller lebenden Arten in ihrer Existenz gefährdet sein. In dieser Dokumentation werden u. a. die Themen Zirkus, Zoo, Tierversuche und Tierbefreiungen erfreulich deutlich aus dem Blickwinkel der Tierrechtsbewegung kommentiert und bewertet. Interview mit Helmut F. Kaplan. Video-Kassetten der Sendung (€ 10,-- + Versand) können bezogen werden bei: TIGA Film- und Fernsehproduktion, kirschey@tigafilm.de, Postfach 58 01 42, D-10411 Berlin, Telefon 030-44 65 08 60. Länge: 43:35 min www.tigafilm.de"

Die Sendung wird im Dezember auf Phoenix wiederholt! Und zwar voraussichtlich am 17. um 18 Uhr 30 und am 22. um 8 Uhr 15. (Bitte noch prüfen, da ich die Termine nicht endgültig verifizieren konnte.)

Am 10. 1. 2004 wird auf der Kulturwelle des Hessischen Rundfunks, hr2, die Radio-Sendung "Weder Fisch noch Fleisch – Vegetarier und Veganer" mit einem Interview mit mir ausgestrahlt. Das Zustandekommen dieses Interviews (mit einer Standleitung vom ORF-Studio in Salzburg nach Frankfurt) war besonders nervig: Um ein möglichst pointiertes und effizientes Gespräch führen zu können, wurden die Themen vorher festgelegt. Aber dann wurden vollkommen andere Fragen gestellt. Man muß eben immer auf alles gefaßt sein!

Mit besten Wünschen und herzlichen Grüßen


H. F. Kaplan + Februar 2003

in letzter Zeit habe ich eine ganze Reihe von neuen Texten geschrieben und viel Arbeit investiert im Zusammenhang mit der Überarbeitung meiner Homepage im Internet. (Neue Adresse: www.tierrechte-kaplan.org) Stefan Bernhard Eck sowie einige seiner Mitarbeiter vom Arbeitskreis für Tierrechte und Ethik (A. K. T. E.) haben mit riesigem Arbeitsaufwand meine Webseiten völlig neugestaltet, wofür ich ihnen außerordentlich dankbar bin. Denn das Internet wird für die Tierrechtsarbeit immer wichtiger, sodaß der entsprechenden Präsenz immer größere Bedeutung zukommt.

Mit A. K. T. E. (www.tierrechteportal.de) hat sich in den letzen Monaten eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt. Unter anderem habe ich ein Geleitwort zu Stefan Bernhard Ecks Essay "Albert Schweitzer und die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben" verfaßt. (Dieser Text befindet sich auch auf meiner Homepage: Kompendium >>> Texte nahestehender Autorinnen und Autoren.) Vor allem aber ergab sich ein sehr konstruktiver Austausch in bezug auf die seit vorigen Sommer anhaltende Veganismus-Debatte. Hier konnten, wie ich finde, substantielle konzeptionelle Fortschritte in Richtung der dringend notwendigen Einigung der Tierrechtsbewegung und Bündelung ihrer Kräfte erzielt werden.

Seine erste Feuerprobe wird dieses Konzept am 19. Februar 2003 erfahren, wenn ich um 18 Uhr 05 in Saarbrücken mit Stefan Bernhard Eck in der TV-Sendung Beo & Co - "Wege zu einem ethischen Tierumgang" diskutiere. Die Sendung ist, zumindest zunächst einmal, soviel ich weiß, leider nur im Saarland zu empfangen. Um 19 Uhr 30 findet dann in der Saarbrücker Altstadt im Bistrorant Tierlieb eine Podiumsdiskussion statt.

Mit allen guten Wünschen und besten Grüßen


H. F. Kaplan + August 2002

Im "Neuen Deutschland" vom 15. 12. 2001 ist neben einem Interview mit Tom Regan auch ein Text von mir veröffentlicht worden: "Das Tier als Feind", eine modifizierte Fassung meines Textes "Terror in New York ­ und überall". (Der Beitrag wird den oben erwähnten neuen Texten beigelegt werden.)

In der hochangesehenen Wissenschaftszeitschrift ALTEX wird in der Ausgabe 4, 2001, mein Beitrag "Über die Rechte von Tieren und Menschen" besprochen sowie auf meine Homepage verwiesen, wo sich dieser Text befindet. Dies ist deshalb besonders erfreulich, weil es ein Indiz dafür ist, daß nun endlich selbst in Tierversuchskreisen damit begonnen wird, sich ernsthaft über die ethische Dimension von Tierversuchen Gedanken zu machen.

Zu Weihnachten gab es für mich zwei besonders schöne Geschenke: Der Rowohlt Verlag teilte mir mit ­ hoffentlich stimmt es auch -, daß es eine dritte Auflage von "Leichenschmaus" geben wird. Das wäre extrem wichtig, verkauft Rowohlt doch von diesem Buch ohne jegliche Werbung deutlich mehr Exemplare als von allen anderen Büchern verkauft wird. Zweitens festigt eine dritte Auflage natürlich weiter den Klassiker-Status dieses Buches. Und drittens erschien es bereits als sehr unwahrscheinlich, daß noch eine Auflage kommt, da aufgrund der Verlagskonzentration und Bestsellerorientiertheit Werke dieser Art im Grunde keine Chance mehr am "normalen", das heißt nicht Szene-bezogenen Buchmarkt haben.

Die ASKU-PRESSE, wo mein "Wozu Ethik?" erschienen ist, teilte mir mit, daß sie meine Aphorismen publizieren werde. Das freut mich ganz besonders, gehören doch Aphorismen zum am schwersten Publizierbaren überhaupt. Ich schreibe bereits seit Jahrzehnten Aphorismen, hatte mich aber schon damit abgefunden, daß diese erst viel später veröffentlicht würden.

Ein Hinweis für diejenigen, die einen Internetanschluß haben: Neu geschriebene Texte veröffentliche ich seit einiger Zeit immer zuerst auf www.fellbeisser.de. Die machen das recht professionell und schnell. Ich gehe davon aus, daß es bei dieser Form der Zusammenarbeit bleiben wird. Die neuen Texte erscheinen dort meist als "Hingucker der Woche".

Apropos Internet: Hier werden meine Texte generell sehr gut aufgenommen und lebhaft verbreitet. Mittlerweile habe ich diesbezüglich die Übersicht verloren.

In "Natürlich vegetarisch" (1, 2002), der Zeitschrift des Vegetarier-Bundes, wurde mein Text "Wie radikal muß die Tierrechtsbewegung sein?" veröffentlicht. Das ist nichts Geringeres als eine Sensation, stand der Vegetarier-Bund bisher doch immer für eine besonders "ausgewogene" Linie.

Mit allen guten Wünschen und herzlichen Grüßen



In folgenden Zeitungen / Zeitschriften erschienen seit der letzten diesbezüglichen Information Beiträge von mir: Anima (2x), Tierbefreiung (2x), Natürlich vegetarisch (2x), Zeitenwende, Neues Deutschland, Schutz für Mensch, Tier und Umwelt.

Demnächst werden folgende neue Texte versandt: Anti-Pelz-Bewegung ..., Warum Tierethik und ...?, Das Tier als Feind, Von Gutmenschen und ..., Patriotismus und Speziesismus, Unmoralische Mehrheiten bedürfen ....



Zunächst möchte ich mich einmal dafür entschuldigen, daß ich so lange nichts von mir habe hören / lesen lassen. Es war nicht Fahrlässigkeit oder Faulheit. Doch dazu später. Jetzt möchte ich endlich berichten, was in den letzten Monaten so alles passiert ist.

Von meinem Buch "Tiere haben Rechte" (Harald Fischer Verlag) Ist die 2. Auflage erschienen. Ein schöner Erfolg, wenn man weiß und bedenkt, wie schwierig es geworden ist, angesichts der immer prekärer werdenden Verlagssituation im allgemeinen und der stagnierenden Situation im Tierrechtsbereich im besonderen noch einschlägiges Material zwischen zwei Buchdeckel zu bekommen.

In der "Animal´s Agenda", der wichtigsten amerikanischen Tierrechtszeitschrift, ist in der März / April-Ausgabe ein Beitrag über mich erschienen ("The second Auschwitz lie"). Er entstammt dem jüngst erschienenen Buch "Eternal Treblinka ­ Our Treatment of Animals and the Holocaust" von Charles Patterson. Dieses Buch hat in der kurzen Zeit seit seines Erscheinens bereits viel Staub aufgewirbelt und wird mit Sicherheit ein Klassiker in der Tierrechtsliteratur werden.

Worüber ich mich besonders gefreut habe: Von "Leichenschmaus" (Rowohlt) ist nun die 3. Auflage erschienen! Wenn man bedenkt, daß bei den großen Verlagen neue Titel heute nur eine Chance von ein paar Wochen haben, um sich am Markt zu behaupten, und, ist dies nicht der Fall, unbarmherzig wieder von den Regalen entfernt werden, um neuen "Kandidaten" Platz zu machen, so kann man eine 3. Auflage für ein Tierrechtsbuch nur als Sensation bezeichnen.

Der "Arbeitskreis für Tierrechte und Ethik" (A. K. T. E.), eine unabhängige, bundesweite deutsche Arbeitsgruppe, deren Veröffentlichungen zu studieren, ich nur jedem empfehlen kann (www.tierrechteportal.de), hat eine sehr positive Besprechung meines Buches "Wozu Ethik?" publiziert, die nun auch im Internet vom Buchversand Amazon.de abgedruckt wird.

Anläßlich der Abstimmung im Deutschen Bundestag über Tierschutz ins Grundgesetz wurde am 17. Mai in der Radiosendung "Journal" (SWR2) ein Interview mit mir gesendet. Hier hatte ich über den Anlaßfall hinausgehend auch Gelegenheit, Grundsätzliches zu Tierrechten zu sagen.

Am 1. Juni veröffentlichte ich im Internet meinen Aufsatz "Müssen Tierrechtler Veganer sein?" Die Frage, um die es im Grunde geht, lautet: Welche Strategie ist in der jetzigen Entwicklungsphase der Tierrechtsbewegung am besten geeignet, uns den Zielen der Tierrechtsbwegung so rasch und wirksam wie möglich näher zu bringen? Meine Antwort (zu der ich nach 30 Seiten Analyse) gelange: Mit einer möglichst massiven Werbung für einen ethisch begründeten Vegetarismus können wir momentan am meisten erreichen. Ziel ist selbstverständlich eine vegane Gesellschaft. Die Reaktionen reichten von unbeschreiblichen Beschimpfungen und Boykottmaßnahmen gegen meine Arbeit bis zu absoluter Zustimmung und Dankbarkeit dafür, daß ich dieses Thema endlich zur Sprache gebracht habe. Zwei Monate lang habe ich dann im Internet die wichtigsten Einwände, die gegen meine Argumentation vorgebracht wurden, beantwortet.
Am 27. Juni hielt ich in Wetzlar einen Vortrag zum deutschen Schächturteil aus ethischer und strategischer Sicht.

Im Juli erschien in der Schweizer "Weltwoche" (Nummer 27) als Titelstory der Beitrag "Wenn Tierfreunde zu sehr lieben ­ Die Militanz der Tierrechtsbewegung" von Michael Miersch. Wie von diesem Autor nicht anders zu erwarten, ein absurder Text. Unter anderem wird behauptet, der Mörder des niederländischen Politikers Pim Fortuyn habe "nur konsequent ausgeführt, was DeRose, Singer, Kaplan und andere Theoretiker für Ethik halten".

Als Reaktion auf diese Veröffentlichung meldete sich das Wiener Nachrichtenmagazin "Format" und führte ein Interview mit mir, das dann in der Ausgabe 29, 2002, in recht entstellter Form erschien (von den Aussagen her korrekt wiedergegeben, aber hinsichtlich Gesamteindruck unseriös gestaltet). Aber man hat ja meist nur die Wahl: skandalträchtig vorkommen oder gar nicht vorkommen.
Am 8. September werde ich auf dem Tierrechtskongreß in Wien einen Vortrag zum Thema "Zur Gewaltfrage in der Tierrechtsbewegung" halten.

Zwei Fernsehsendungen sind geplant, für die ich in nächster Zeit interviewt werden soll: für eine wissenschaftliche Dokumentation in Berlin und für einen Bericht über die österreichische Tierrechtsszene in Wien. Nähere Informationen dazu folgen noch.

Diese Mitteilungen kommen sehr spät. Die Ursache hierfür ist ebenso leicht erklärbar wie unabwendbar: Ich komme mit der Arbeit auch beim allerbesten Willen nicht mehr nach. Die rein administrativen Arbeiten, die den Tieren noch überhaupt nichts bringen, aber unbedingt erledigt werden müssen (Abrechnungen, Finanzamt, Korrespondenz, Bank, Büromaterial, Archivierung, Termine und tausend andere Dinge), werden immer mehr, meine Arbeitskraft nimmt aber nicht zu. Das heißt: Um auch weiterhin noch irgendwelche sinnvollen Tätigkeiten verrichten zu können (Lesen, Schreiben, Denken, Vorträge, Interviews), bin ich gezwungen, irgendwo Arbeit einzusparen. 95 Prozent meiner Arbeitskraft muß ich derzeit für Dinge aufwenden, die auch eine gute Sekretärin erledigen könnte.

Privat gibt es auch nirgendwo mehr etwas zu kürzen, da ich sowieso nur mehr arbeite. Nach langem Hin- und Herüberlegen sehe ich keinen anderen Ausweg, als nur mehr diese Mitteilungen zu versenden, den Versand der neuen Texte aber einzustellen, da ich diese Arbeit schlicht nicht mehr schaffe. Ich habe mir diese Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht, komme aber nach reiflicher Überlegung zum Schluß, daß es dazu keine Alternative gibt, wenn ich auch weiterhin substantielle Arbeit leisten will. Ganz abgesehen, davon, daß es ja auch der Gesundheit nicht eben förderlich ist, dauernd "am Limit" zu leben ­ ganz zu schweigen davon, daß man zum Denken und Schreiben einfach auch einen Freiraum braucht.
Wenn nun jemand sagt: Dann brauche ich die Mitteilungen auch nicht mehr, dann habe ich dafür natürlich volles Verständnis!

Mein einziger Trost ist, daß hoffentlich bereits möglichst viele selber einen Internetzugang haben oder jemanden kennen, der einen hat. Alle neuen Texte ­ und auch andere Stellungnahmen und dergleichen ­ erscheinen nämlich im Internet: auf meiner Homepage www.tierrechte-kaplan.org oder auf www.fellbeisser.de.

Ich hoffe auf Verständnis für meine Entscheidung, die ich im Interesse der Sache treffen mußte.

Mit allen guten Wünschen


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News

Standing ovation für Lydia Tanabe, Leiterin von SASA Japan / A.K.T.E.-MItarbeiterin auf dem Tierschutz-Symposium "Doubtzu aigo ho, iyoiyo kaizen e" in Tokyo

Ich bin der Überzeugung, dass wir die Geburt einer japanischen Tierschutz- und Tierrechtsbewegung miterleben. Es mehren sich die Anzeichen, dass in diesem Land, in dem es faktisch bis jetzt keine TR-Szene gibt, das Interesse an Tierschutz und Tierrechten schnell zunimmt. In dieser Phase brauchen die japanischen Tierrechtler/innen Zuspruch und Unterstützung von außen. A.K.T.E. hat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten - zusammen mit Helmut Kaplan - dieser Aufgabe angenommen. Die nachfolgende Berichterstattung basiert auf Telefonaten, E-Mails und "Handy-Mails" zwischen Lydia Tanabe und mir. Ich hatte Lydia einige Stunden vor ihrer Rede "Yosha!, Ganbatte!" (Japanisch:Auf geht's !Viel Erfolg!) gewünscht. Wir hatten einige Argumentationsschienen für ihre Rede besprochen, und ich war mir sicher, dass sie eine gute Schlacht schlagen würde. Ihr Erfolg hat jedoch meine kühnsten Erwartungen übertroffen.

"Tierschutz-Symposium"

Auf der Abschlussveranstaltung zur Einführung besserer Tierschutzgesetze in Japan, die am 17. April 2005 in der Sky Hall im Bunkyo Civic Center in Tokyo stattfand, konnte Lydia Tanabe, die Leiterin von SASA Japan (Small Animasl Support Association) einem interessierten Publikum die Vorgehensweise und Ziele moderner Tierrechtsarbeit erläutern.

Neben konkreten Beispielen von Tiermissbrauch und Tierqäulerei waren die Situation in japanischen Tierhandlungen, (konkretes Beispiel hierzu war die erste Klage in Japan gegen eine Tierhandlung durch SASA), die Notwenigkeit einer legislativen Verbesserung zum Schutz der Tiere, Möglichkeiten zur Aufdeckung von Tierqäulereien sowie Reaktionen auf Tierquälerei von Behörden, Poilizei und Medien weitere Schwerpunkte ihres Vortrages.

Die Bedeutung einer selbstkritischen Auseinandersetzungen mit Tierrechtsethik in einer modernen Gesellschaft wurde am Beispiel der Publikation von "Shitai no bansan" (Helmut Kaplans Buch "Leichenschmaus" in Japanischer Sprache) und der unerwartet großen Resonanz von Lydia Tanabe den Besuchern des Symposiums deutlich gemacht.

Am Ende der 25 minütigen Rede erhielt die charmante und beherzte A.K.T.E.-Mitarbeiterin und Leiterin von SASA Japan "standing ovation" von einem bewegten Publikum.

Darüber hinaus erhielt die engagierte Tierrechtlerin etliche spontane Einladungen als Gast-Rednerin zu weiteren Veranstaltungen.

In Gesprächen am Rande konnte ein Dokumentarfilm-Produzent überzeugt werden, eine TV-Reportage über die Situation in japanischen Tiergeschäften und über die Aktionen von SASA Japan zu drehen. Ein Sachbuch-Autor äußerte sogar großes Interesse, ein Buch über die Arbeit von SASA Japan und die erste Klage einer Tierrechtsgruppe im Lande der aufgehenden Sonne gegen das "Syndikat der Petshops" (Tierhandelsverbände) zu schreiben.

Die Broschüren und Flugzettel, die von den "SASA-Mädels" ausgelegt wurden, rundeten die Aufklärungsarbeit unseres Kooperationspartners an diesem wichtigen Tage ab.

Stefan Bernhard Eck

(Leiter / Sprecher - Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E.)


Bundesparteitag der tierschutzpartei

Kaplan in Frankfurt

Helmut F. Kaplan wird am 9. April 2005 um 11 Uhr beim Bundesparteitag der Tierschutzpartei zum Thema

Tierrechte und Tierbefreiungen – Legitim oder nicht?

sprechen.

Ort: Musikübungszentrum (MÜZ), Rödelheimer Straße 38, Frankfurt am Main.

Tierbefreiungen zählen zu den zentralen und kontroversiellen Themen der Tierrechtsbewegung. Für die einen sind sie eine selbstverständliche Notwendigkeit, für die anderen eine gefährliche Verirrung. Anhand historischer, gesellschaftspolitischer und ethischer Analysen soll der tatsächliche strategische und moralische Stellenwert von Tierbefreiungen bestimmt werden.

Gäste sind herzlich willkommen, werden aber gebeten, sich vorher zwecks Erteilung einer Genehmigung (aus Sicherheitsgründen) anzumelden:
Bundesvorsitzender Jürgen Gerlach,
Tel. 0049 (0) 6207 920 426
Fax 0049 (0) 6207 920 427
Mail juergen-gerlach@tierschutzpartei.de


Kooperationspartner in Fernost

SASA

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Tierrechts- und Tierschutzarbeit in Fernost. Sie werden informiert über den Einsatz für die Tiere vor Ort im fernen Japan, über die Bemühungen, den Tierrechtsgedanken in einem Lande zu etablieren, in dem erst das Fundament für einen solchen in der Gesellschaft gelegt werden muss.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie bei Ihrem Besuch auf der Kaplan-Homepage zukünftig auch einen Blick auf die SASA Japan-Seite werfen würden, denn das Tierleid endet nicht an den Grenzen Ihres Landes, und gerade hier in Fernost gibt es noch unendlich viel zu tun.

Lydia

Das Leiden der Tiere ist grenzenlos - unsere Arbeit gegen dieses Leiden muss es auch werden!

Mit herzlichen Grüßen in der Landessprache ...

Yoroshiku onegai itashimasu.

Lydia Tanabe / 28.02.2005

Leiterin / Sprecherin - SASA Japan / Small Animals Support Association Mitarbeiterin - Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E.

Weitere Infos: Leichenschmaus in Japan und www.sasajapan.org


"Shitai no bansan" - Dr. Helmut Kaplan's Buch "Leichenschmaus" erscheint in Japan!

In diesem Jahr fällt das traditionelle Frühlingsfest "Higan", an dem in Japan der Seelen der Verstorbenen gedacht wird, auf den 20. März.

Der 20. März 2005 ist aber auch ein "historisches Datum" für die weltumspannende Tierrechtsbewegung, ein Datum, an dem wir Tierrechtler/innen Grund zum Feiern haben. An diesem für Japaner besonderen Festtag erscheint nämlich der TR-Klassiker "Leichenschmaus" von Dr. Helmut Kaplan unter dem Titel "Shitai no bansan" als erstes Tierrechtsbuch, das in japanischer Schrift publiziert und im Buchhandel erhältlich sein wird.

Die Veröffentlichung von "Leichenschmaus" ist deshalb von herausragender Bedeutung, weil Japan ein Land ist, in dem Tierethik und somit die Argumente für eine moralische Berücksichtung der Tiere bisher nahezu unbekannt waren. Durch die Veröffentlichung von "Shitai no bansan" ist es erstmals möglich, einen größeren Interessentenkreis in der japanischen Gesellschaft zu erreichen und mit dem Tierrechtsgedanken vertraut zu machen, denn bisher blieb diese wichtige Aufklärungsarbeit auf "Mundpropaganda", einige wenige Flugzettel, kleinere Informationsschriften und auf kurze Beiträge im Internet beschränkt.

Mit der Veröffentlichung von "Shitai no bansan" wird somit buchstäblich der moderne Tierrechtsgedanke in Japan aus der Taufe gehoben, und es bleibt zu hoffen, dass - ähnlich wie durch die Veröffentlich von Peter Singer's Buch "Animal Liberation" in unserem Lande - sich auch in Japan nach und nach eine starke Tierrechtsbewegung formieren wird, die für die elementaren Rechte unserer tierlichen Mitlebewesen kämpfen wird.

Wir verdanken dieses "historische Datum" für die Tierrechtsbewegung Lydia Tanabe, der Begründerin, Leiterin und Sprecherin von SASA Japan (Small Animals Support Association), die auch Mitarbeiterin von A.K.T.E. ist. Sie hat das Buch "Leichenschmaus" größteneils selbst ins Japanische übersetzt und zeichnet für die Publikation von "Shitai no bansan" verantwortlich.

Wir schulden aber auch allen Mitarbeitern/innen von SASA Japan Dank, die zur Verwirklichung dieses wichtigen Projektes in der japanischen Tierrechtsbewegung beigetragen haben.
Wir werden versuchen, gemeinsam mit unseren japanischen Tierfreunden/innen, dass auch für die Tiere im Land der aufgehenden Sonne endlich ein Lichtstrahl der Hoffnung in die legalisierten Gaskammern, in die schäbigen Verschläge und in die Folterkammern der Pharma-Industrie dringt.

Das Leiden der Tiere ist grenzenlos - unsere Arbeit gegen dieses Leiden muss es auch werden!

Weitere Infos:
www.sasajapan.org
whttp://www.sasajapan.org/book/Leichenschmaus/index.html


TV Sendung "Planet der Menschen"

Am 17. 03. 2005 um 20:15 Uhr wird auf 3sat die Dokumentation "Planet der Menschen" wiederholt. Sie ist insofern brandaktuell, als es unter anderem um die Zoohaltung und die Terrorisierung von Elefanten geht ­ beides Themen, die jüngst anläßlich des tödlichen Unfalls im Schönbrunner Tiergefängnis in den Schlagzeilen waren. (Ich kommentierte den Vorfall unter dem Titel "Abu in Abu Ghraib".) Der Film enthält auch einige Interviewpassagen mit mir.


Kaplan: Tierrechts-CD

Der Vortrag, den ich am 28. 1. 2005 in München hielt, ist nunmehr auf einer Doppel-CD erhältlich:

Ist Fleischgenuß Mord? Tierrechte – Begründungen und Konsequenzen

Dabei werden folgende Themen behandelt (und anschließend diskutiert):

Philosophie des Vegetarismus (historische Skizze)

Kern der Tierrechtsphilosophie (u. a. Gleichheitsprinzip)

Verschiedene Überzeugungsebenen (z. B. Ad-hoc-Argumente)

Bestellungen an:
Bund für Geistesfreiheit München
Valleystr. 27
81371 München
Tel. 089 77 59 88
Fax 089 24 40 78 60
info@bfg-muenchen.de

Preis (inkl. Versand innerhalb Europas) € 8,--.
Bitte angeben, ob normales Audio-CD-Format gewünscht wird (2 CDs) oder MP3-Format (1 CD).


Neuigkeiten und Hinweise Jubiläum "Leichenschmaus"

Jubiläum "Leichenschmaus" - 10 Jahre nach der Erstveröffnentlichung noch immer ein brandheißer Tipp.

Nach 10 Jahren - heute mittlerweile in der 3.Auflage - zählt das Buch "Leichenschmaus" heute zu den Standardwerken der deutschsprachigen Tierrechte-Literatur.

"Wie auch immer die künftige Entwicklung der Tierrechtsbewegung verlaufen wird, es gibt nur mehr ein Vorwärts und kein Zurück. Es gibt kein Zurück mehr hinter den heutigen Kenntnis- und Bewußtseinsstand. ( ... ) Die Ideen der Tierrechtsbewegung gehören zum unverlierbaren zivilisatorischen Gedankengut der Menschheit. Und sie haben dort das gleiche Gewicht und den gleichen moralischen und politischen Stellenwert wie jene Ideen, die zur Überwindung der Sklaverei geführt haben. Die Ideen der Tierrechtsbewegung sind ebensowenig mehr aus der Welt zu schaffen wie unser Wissen um den Bau der Atombombe. ( ... ) Die Entscheidung über Leben und Tod wird weder im Himmel noch in der Hölle getroffen, sondern auf der Erde ­ von uns." (Leichenschmaus, S. 18)
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Dr. Helmut F. Kaplan


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Workshop

 

Der A.K.T.E.-Kaplan-Konsens
Kursvorgabe zur Vegetarismus/Veganismus-Debatte

Mein Aufsatz "Müssen Tierrechtler Veganer sein?" führte im Spätsommer des Jahres 2002 zu einer erneuten Eskalation der seit längerer Zeit schwelenden Vegetarismus-Veganismus-Debatte. Die im Internet kursierenden News und E-Mails diesbezüglich waren alles andere als geeignet, die Tierrecht-Bewegung im deutschsprachigen Raum, aber auch über die Grenzen hinaus, als eine geschlossene Front, als Gegenpol zu der übermächtigen Tierausbeutungsgesellschaft erscheinen zu lassen und zu einer spürbaren und nachhaltigen Verbesserung der realen Lebensverhältnisse der ausgebeuteten Tiere beizutragen.

Mit meinem Kooperationspartner, dem Arbeitskreis Tierrechte & Ethik – A.K.T.E., mit dem ich auch damals schon in regem Gedankenaustausch stand, wurde dieses hoch brisante Thema erneut diskutiert, um zusammen mit ihm die Problematik von Grund auf zu überdenken. Unser gemeinsamer Wunsch bestand darin, eine akzeptable Lösung zu finden, die einerseits zu einer Entschärfung der destruktiven und kontraproduktiven Spannungen und Auseinandersetzungen innerhalb der Tierrecht- und Tierschutz-Szene beitragen sollte, und die andererseits alle ethischen Aspekte, aber auch die politisch-gesellschaftlichen Fakten, angemessen berücksichtigt.

Ich will nicht verschweigen, dass hierbei pragmatische und ethische Gesichtspunkte sich gegenüberstanden und uns eine befriedigende Lösung zeitweise fast unmöglich erschien. Dank eines sehr offenen und intensiven Gedankenaustausches, der über das übliche Maß einer Kooperation in philosophischen Grundsatzfragen hinausging, erreichten wir zum Jahresende Annährungspunkte, die zu einem tragfähigen Konsens während meines Besuches in Saarbrücken sich verdichteten. Dieser Konsens soll als Basis für eine fortzuführende und vertiefende Beschäftigung mit diesem Thema dienen, und eine gedankliche Richtschnur für die momentane Beurteilung und Vorgehensweise darstellen, die von allen rational denkenden Vegetariern und Veganern, von Tierrechtlern und Tierschützern gleichermaßen akzeptiert werden sollte.

 

Folgende Gedankengänge bildeten die Prämissen für den erzielten Konsens:

  • Leben vollzieht sich stets auf Kosten anderen Lebens. Die Welt wird daher immer eine Werkstatt des Leidens bleiben, eine um ihre Achse rotierende Folterkammer, ein Tummelplatz gequälter und geängstigter Wesen. (A. Schweitzer, A. Portmann, U. Horstmann, A. Schopenhauer)

  • Der Mensch ist auf Grund seines speziesistischen Denkens und Handelns maßgeblich an dieser Situation mitschuldig. Ob tatsächlich eine realistische Chance besteht, die Menschen nachhaltig zu bessern, sie zu moralischen Wesen zu machen, ist äußerst fraglich. Es spricht einfach nichts dafür, dass der Mensch noch einmal zur Vernunft, geschweige denn zur Moral käme. (H. F. Kaplan aus "Wozu Ethik?")

  • Der Mensch wird vielleicht für immer ein moralisches Mangelwesen bleiben, weil seine angeborenen Egoismen einer moralischen Grundhaltung entgegenwirken. Mit heroischer Resignation akzeptieren wir, dass die Kluft zwischen "Sein und Sollen" in der heutigen Entwicklungsphase der Menschheit unüberbrückbar ist. Die Distanz zwischen der Realität und der Utopie einer moralischen Welt nötigt uns zur Bescheidenheit. Dadurch relativieren sich aber auch unsere Ansprüche auf eine konsequente Verwirklichung einer Menschen und Tiere berücksichtigenden, gerechten Ethik zu dem bescheidenen Wunsch nach einer erträglicheren Welt, nach einer Welt mit weniger Tier- und Menschenleid. Jedes Denken, das heute darüber hinausgeht, ist Illusion oder Selbsttäuschung.

  • Deshalb glauben wir, dass wir die Welt zwar nicht gut, aber weniger schlecht machen können, zwar nicht dauernd, aber vorübergehend. (Magnus Schwantje)

  • Die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hier und heute sind nicht geeignet, um alle Aspekte einzufordern, die sich aus einer Tiere und Menschen gleichermaßen berücksichtigenden Ethik ergeben. In der heutigen Situation können ethisch berechtigte Maximalforderungen den angestrebten Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft auch verzögern.

  • Die Grausamkeiten, die Tiere durch den Menschen erdulden müssen, sind qualitativ und quantitativ so massiv, dass jede Mithilfe, jede Art von Unterstützung und alle Teilerfolge immens wichtig sind, die zu einer Reduzierung oder zur Beendigung des Leidens der betroffenen Tiere führen. Es kommt deshalb auf jede "gute Tat" an. Damit sollte auch das Engagement jener Tierschützer/innen und Tierfreunde/innen in einem neuen Licht gesehen werden, die zwar selbst noch von einem ethischen Idealzustand in ihrem eigenen Tierumgang oder ihrer Ernährungsweise entfernt sind, deren Aktivitäten jedoch das Leben von Millionen von Tieren in Tierheimen oder Auffangstationen rund um den Globus erträglicher werden lässt, oder die im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv gegen Tierversuche, Tiertransporte oder Jagd ankämpfen. Die Forderung einiger Tierrechtler/Innen zur moralischen Abgrenzung bzw. Ausgrenzung dieser Tierschützer und Tierfreunde und ihre permanente Diskreditierung sind verantwortungslos. Denn angesichts der Übermacht der Ausbeutungsgesellschaft kann es uns nur durch eine "Politik der kleinen Schritte" und der gleichzeitigen Bündelung aller Kräfte aus der Tierrecht-Bewegung, der Tierschutz-Bewegung und des Naturschutzes gelingen, das unbeschreibliche Leiden der Tiere zu reduzieren oder zu beenden.

  • Diese Bündelung der Kräfte hat von einer vegetarischen Lebensweise aller Beteiligten als von der an jeden mündigen Menschen zu stellenden ethischen Minimalforderung auszugehen. Dies muss bei jeder sich bietenden Gelegenheit öffentlicher Verlautbarungen für die Rechte der Tiere zur Sprache gebracht werden. Wer sich in welcher Weise auch immer für Tiere einsetzt und zugleich Tierleichenteile konsumiert, befindet sich in einem INTOLERABLEN Widerspruch, mit dem es ihn oder sie immer und immer wieder zu konfrontieren gilt. Mit dem, der sich diesem Widerspruch nicht stellt, sondern sich der einfachsten Konsequenz einer moralischen Haltung - nämlich konsequent auf jegliches Fleisch zu verzichten - permanent verweigert, ist eine "Verbrüderung" bzw. eine integrierende oder partnerschaftliche Kooperation, wie wir sie uns vorstellen, der falsche Weg.

 

Der erzielte Konsens:

  1. Wenn ein Mensch aus ethischen Gründen auf Fleisch verzichtet und zu einer ovo-lakto-vegetarischen Ernährung übergeht, dann zeigt dies, dass ein grundsätzliches Einsehen in die Ungerechtigkeit der Tierausbeutung sich abzeichnet. Dies kann der erste, entscheidende Schritt zu einem ethischen Tierumgang bedeuten. Denn hat ein Mensch erst einmal begonnen, seine Grundeinstellung zu den Tieren zu hinterfragen und erkannt, dass sein Fleischkonsum moralisch nicht zurechtfertigen ist, so wird er sich den logischen Schlussfolgerungen bezüglich der Leidensverursachung durch eine ovo-lakto-vegetarische Ernährungsweise auf Dauer auch nicht entziehen können.

  2. Wir berücksichtigen auch die Tatsache, dass nachweislich die meisten Menschen, die eine tierproduktfreie Ernährungs- und Lebensweise übernommen haben, sich zuvor für eine mehr oder weniger lange Zeitspanne ovo-lakto-vegetarisch ernährten. Der Ovo-Lakto-Vegetarismus ist in der Regel das Sprungbrett zu einem tierproduktfreien Konsumverhalten.

  3. Deshalb schlagen wir vor, unisono den "Vegetarismus/Veganismus" zu propagieren, aber gleichzeitig und ausdrücklich aufmerksam zu machen, dass auch der Ovo-Lakto-Vegetarier durch seinen Konsum noch zu massivem Tierleid beiträgt. Der Ovo-Lakto-Vegetarismus kann aus diesem Grunde nicht als das endgültige ethische Ziel betrachtet werden.

  4. Es ist deshalb notwendig, den Ovo-Lakto-Vegetarier davon zu überzeugen, dass seine momentane Ernährungsweise lediglich als eine Übergangsphase zu einem anzustrebenden tierproduktfreien Konsum begriffen werden sollte. Diese Überzeugungsarbeit vollzieht sich dergestalt, dass wir immer und immer wieder auf die ungerechten und grausamen Lebensbedingungen der betroffenen Tiere hinweisen, die zur Produktion von Milch, Eier, Honig, Wolle, Pelz, Leder und dergleichen mehr missbraucht werden. Wir wollen behutsam die Menschen ermutigen, Schritt für Schritt ihre Ernährungs- und Lebensweise so zu gestalten, bis eine gerechte moralische Berücksichtigung der elementaren Lebensinteressen der Tiere erreicht ist.

  5. Die