Bremser vom Dienst - Wolfgang Apels Beitrag zur Befreiung der Tiere


Wolfgang Apel ist ein Lügner und Feigling. Einige werden sich freuen, diese Worte gerade aus meinem Munde zu vernehmen: Ich war es, der Apel lange Zeit gegen erbitterte Vorwürfe von seiten der Tierrechtler verteidigt hat. Ich gebe zu: Ich habe mich geirrt. Der Mann ist schlechter, als ich dachte.

Dabei soll Herr Apel in seiner Bedeutung nicht überschätzt werden, was leicht passieren kann - nicht weil er so tolle Sachen macht, sondern weil er völlig bedeutungslos ist. In ein paar Jahren wird kein Mensch mehr wissen, wer Wolfgang Apel war. Es geht hier aber nicht nur um die Person Apel, sondern auch um ihre Funktion: Apel ist Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Und in wichtigen Positionen können auch und vor allem Nieten großen Schaden anrichten.

Aber alles der Reihe nach. Warum ist Wolfgang Apel ein Lügner und Feigling? Ein Lügner ist er, weil wir ausdrücklich vereinbart hatten, in Hinkunft gemeinsam und konstruktiv für die Sache der Tiere kämpfen zu wollen. Daran hat er sich in keiner Weise gehalten, sondern im Gegenteil sämtliche Ansätze zur Zusammenarbeit systematisch im Sande verlaufen lassen. Ein Feigling ist er, weil er nicht den Mut hatte, mir zu sagen, daß er keine Zusammenarbeit will.

Vollends entlarvend ist, daß Apel in seiner Zeitschrift, du und das tier, über mich und die Tierrechtsbewegung die absurdesten Behauptungen aufstellt, dann aber zu feige ist, eine sachliche Entgegnung von mir abzudrucken, damit sich die Leser selber ein Bild machen können.

Natürlich weiß Apel, warum er eine rationale Diskussion um jeden Preis zu verhindern trachten muß: Sobald die Menschen die wahre Qualität seiner "Argumente" erkennen, ist es aus mit seiner lustigen Kungelei mit den hauptamtlichen Organisatoren von Tiermord und Tierfolter, den Politikern.

Für Apel, den tieressenden Tierschützer, gibt es nichts Schöneres als mit Bundeskanzler oder Landwirtschaftsminister am gedeckten Tisch zu sitzen und fröhlich-harmlos in die Kamera zu lächeln.

Dankbar sein muß man Apel allerdings für sein bis zum Erbrechen wiederholtes Credo, Tierrechtler erwiesen den Tieren in Wirklichkeit einen Bärendienst. Damit gibt er sich jedem als Verrückter zu erkennen: Genausogut könnte man amnesty international vorwerfen, den Menschenrechten in Wirklichkeit einen Bärendienst zu erweisen.

Apels fatale Funktion bei der Befreiung der Tiere läßt sich leicht auf den Punkt bringen: Er ist der Bremser vom Dienst. Während sich in den letzten Jahren allerorts Tierschutzvereine in Richtung Tierrechte weiterentwickelt haben, viele sogar ihren Vereinsnamen entsprechend geändert haben, ist der Deutsche Tierschutzbund unter seinem Präsidenten Wolfgang Apel nach wie vor ein Hort verkrusteter Strukturen und anachronistischer Inhalte. Ein seniles Politbüro, das die Zeichen der Zeit, die Rechte der Tiere, nicht erkennen kann oder nicht erkennen will.

Dabei dämmert mittlerweile dem schlichtesten Funktionär des konservativsten Vereins, daß Tierschutz im herkömmlichen Sinne ein Unding ist. Warum? Ich erkläre es mit jenem Vergleich, der Apel zu Recht auf die Palme bringt - weil er seine Person und Position für jeden erkennbar ad absurdum führt:

Tierschutz, wie er traditionell verstanden und praktiziert wird, ist ein Widerspruch in sich, weil er nicht verknüpft ist mit einer vegetarischen Lebensweise. Denn was kann Tierschutz vernünftigerweise anderes heißen als: Tiere schützen. Was aber machen "Tierschützer"? Sie bringen diejenigen, die sie zu schützen vorgeben, um und essen sie auf. Das ist so, wie wenn Personenschützer ihre Auftraggeber anstatt zu beschützen ermorden würden. "Kanzler Schröder von Leibwächtern umgelegt und aufgegessen!" Die Absurdität dieser Schlagzeile veranschaulicht die Absurdität des traditionellen Tierschutzes.

© Helmut F. Kaplan


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