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Ich rauche Zigarren und hatte damit schon allerlei Unannehmlichkeiten. Dabei meine ich nicht die Probleme, die alle Raucher mit ihrer (nichtrauchenden) Umgebung haben, sondern nur jene, die speziell rauchende Vegetarier betreffen. Bevor ich fortfahre aber eine Klarstellung: Hier soll in keiner Weise das Rauchen verharmlost oder gar propagiert werden. Medizinisch gesehen ist es bestimmt umso besser, je weniger man raucht. Auch soll nicht die Frage erörtert werden, ob eingeschränkter, "vernünftiger" Tabakkonsum im Sinne "gesunden Genießens" und Hebung des Lebensgefühls "unterm Strich" sogar positiv zu bewerten sein könnte (was im übrigen alle Ärzte, mit denen ich darüber gesprochen habe, bejahen.) Hier soll es, wie gesagt, ausschließlich um das Thema rauchende Vegetarier gehen, also um die speziellen Fragen, die aus dieser Kombination resultieren. Rauchende Vegetarier begegnen vor allem zwei Problemen: Erstens: Da Vegetarier generell gesundheitsbewußter sind als die durchschnittliche Bevölkerung, trifft der rauchende Vegetarier häufiger auf Menschen, die sich durch das Rauchen gesundheitlich beeintächtigt fühlen. Zweitens, und das ist die ethisch interessante Unannehmlichkeit rauchender Vegetarier: Sie werden oft, meist von Nicht-Vegetariern und mit aggressiv-vorwurfsvoll-siegesgewissem Unterton, gefragt: Ja, wie verträgt sich denn dieses Laster eigentlich mit dem strengen moralischen Maßstab, den Vegetarier sonst so gerne bei anderen anlegen?! Wer diese Frage stellt, beweist, daß er über Ethik oder gar über ethisch motivierten Vegetarismus noch nie ernsthaft nachgedacht hat - wenigstens nicht mit Erfolg, sonst würde er diese Frage nie und nimmer stellen: In der Ethik geht es ganz vorrangig um unsere Verantwortung und unser Verhalten gegenüber anderen. Wer raucht, schädigt aber zuerst und vor allem sich selbst! Daß man beim Rauchen sicherstellt, niemanden "zwangszubeglücken", also gegen seinen Willen dem Rauch auszusetzen, versteht sich von selbst. Das ist hier argumentativ aber in keiner Weise entscheidend, da der moralische Vorwurf an rauchende Vegetarier in aller Regel auf ihre eigene Schädigung abzielt. Den moralischen Unterschied zwischen rauchenden Vegetariern und nichtrauchenden Fleischessern habe ich öfter wie folgt zu erläutern versucht: es ist der gleiche Unterschied wie der Unterschied zwischen: sich selber einen Finger abhacken oder einem anderen den Finger abhacken. Dieser Vergleich ist freilich ziemlich verharmlosend. Die ungeschminkte Wahrheit ist einfach diese: Rauchende Vegetarier schädigen sich freiwillig selbst. Fleischessende Nicht-Vegetarier töten ungefragt andere. © Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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