Eß-Kultur - die zweite


Es gibt nun einmal kaum Abstoßenderes als primitive Menschen, die Niveau simulieren, indem sie unschuldige Tiere "kultiviert" essen. Daher bekenne ich mich trotz aller Kritik nach wie vor dazu:

Es gibt nichts Widerlicheres als ordinäre Fleischfresser in Konzertsaal und Restaurant: Sie heucheln Kultur, um im nächsten Augenblick die Leichen unschuldiger, barbarisch hingemetzelter Tiere zu verschlingen. Sie simulieren Moral, obwohl sie meilenweit unter jedem Kinderschänder und Massenmörder stehen. Während diese nämlich, wenigstens vor sich selbst, zu ihren Schandtaten stehen, mimen jene feine Sitten, wo in Wirklichkeit blanker Terror und obszöner Egoismus wüten. Gegenüber diesen frivolen Kulturschweinen ist jeder Auftragsmörder ein Hort moralischer Integrität.

Aber darf man denn seinen Gefühlen so zügellos Ausdruck verleihen? Erweist man damit den Tieren nicht letztlich einen Bärendienst? Antwort: Man darf. Denn erstens erfreut man damit Gleichgesinnte, die sich nach solchem Klartext verstanden und erleichtert fühlen. Zweitens ärgert man nur diejenigen, die Rücksicht in Stilfragen nicht reklamieren können, weil sie selbst Rücksicht nicht einmal in Existenzfragen üben. Und drittens rüttelt man vielleicht einige wach, die "leisere Töne" bisher überhört haben.

© Helmut F. Kaplan


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