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Es gibt buchstäblich nichts, was Tieren bei Tierversuchen nicht angetan wird. Keine Grausamkeit, und sei sie noch so scheußlich oder sinnlos, wird ausgelassen. Ich zitiere aus einer mir gerade vorliegenden Quelle (einer Information der Tierversuchsgegner Nordrhein-Westfalen e. V. im Bonner General-Anzeiger vom 21. 1. 1993): "Sie werden verbrannt, verbrüht, erdrosselt, eingefroren und wieder aufgetaut, erstickt, mit Elektroschocks traktiert, Hitze und Kälte sowie Hunger- und Durstversuchen ausgesetzt, rauschgiftsüchtig gemacht, mit Protonen bestrahlt, bis ihre Augen regelrecht zu kochen beginnen, geköpft, ihnen wird das Genick gebrochen, man benutzt sie als Zielscheibe, um die Rasanz von Geschossen zu erproben, ... man entnimmt ihnen einen Augapfel und unterbindet die Blutgefäße im Gehirn, jungen Tieren werden die Augen zugenäht, sie werden von ihren Müttern isoliert und in Dunkelhaft gehalten, man elektrifiziert ihre Futternäpfe, was zur völligen seelischen Zerstörung führt, in ihr Gehirn verbringt man Wattebäusche, um einen Wasserkopf mit fünffachem Hirndruck zu erzeugen, ... man zerquetscht ihnen die Gliedmaßen, pumpt ihnen Parfum in den Magen, vergiftet sie mit Chemikalien, was Schüttelkrämpfe, Erbrechen, Fieber, Durchfall, Lähmungen, unerträgliche Schmerzen und schließlich den Tod zur Folge hat, ihnen werden die Knochen gebrochen, man trennt ihren Kopf vom Rumpf ... und versucht dann, den Kopf zu reanimieren." Selbstverständlich müssen Tierversuche vor allem wegen des schrecklichen Leidens der betroffenen Tiere verboten und verhindert werden - mit allen Mitteln, ist man versucht zu sagen. Daß dies bis jetzt nicht geschehen ist, beruht auf der Schlechtigkeit des Menschen. Es gibt aber auch noch einen anderen Grund dafür, daß Tierversuche geächtet werden müssen. Und daß dieser bis jetzt nicht erkannt, geschweige denn berücksichtigt wurde, beruht auf der Dummheit und Kurzsichtigkeit des Menschen: Durch Tierversuche konservieren und reproduzieren wir eine der verhängnisvollsten Hinterlassenschaften unserer Entwicklung: den Hang zur grenzenlosen Grausamkeit. Solange wir Wesen, die wie wir leiden, derart hemmungslos quälen, dürfen wir uns nicht über die bestialischen Grausamkeiten gegenüber Menschen wundern. Solange wir uns der fatalen Neigung zur Grausamkeit nicht offen stellen und sie an der Wurzel bekämpfen, müssen wir mit ihren Folgen überall rechnen. Denn die menschliche Seele beachtet nicht die künstliche Grenze, die wir zwischen Menschen und Tieren gezogen haben. © Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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