Eine Reise von zehntausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt


Die Einigkeit der Tierrechtsbewegung ist die erste Voraussetzung für den Erfolg der Tierrechtsbewegung. Ohne Einigkeit kein Fortschritt in Richtung Befreiung der Tiere. In einer Situation, in der es auf der einen Seite eine institutionalisierte und industrialisierte Tierausbeutung gibt und auf der anderen Seite lediglich eine kleine Minderheit von Menschen, die das ernsthaft ändern wollen, ist Einigkeit oberstes Gebot. Wenn sich diese wenigen auch noch streiten, anstatt ihre Kräfte zu bündeln, kann sich nichts zum Besseren wenden.

Und die Einigkeit, die gemeinsame Ausrichtung der Tierrechtsbewegung hat sich an den Fakten der realen Welt zu orientieren. Denn es ist diese reale Welt, in der die Tiere leiden und sterben und es ist daher diese reale Welt, die es zu beeinflussen und zu verändern gilt.

Voraussetzung für die Einigkeit der Tierrechtsbewegung ist die Anerkennung aller Schritte in die richtige Richtung. Geschieht dies nicht, vergeuden wir ewig Zeit und Energie mit Vorwürfen wie "Ihr seid zu radikal!" oder "Ihr seid zu gemäßigt!" Dabei ist die eine Vorhaltung so unsinnig wie die andere. Denn um von einem Ausgangspunkt zu einem Zielpunkt zu gelangen, ist der erste Schritt so wichtig wie der letzte und der letzte so wichtig wie der erste.

Deshalb müssen alle Schritte in die richtige Richtung wahrgenommen und gewürdigt werden: Wenn jemand, der bis jetzt 20 % vegane Lebensmittel gegessen hat, nunmehr 40 % vegane Lebensmittel ißt, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ein Fleischesser zum Vegetarier wird, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn ein Fleischesser, der bisher zehn Wurstsemmeln pro Woche gegessen hat, nur mehr fünf ißt, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Und wenn jemand, der noch nie über Tierrechte nachgedacht hat, beginnt, über Tierrechte nachzudenken, so ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

Allen, denen die Reisegeschwindigkeit zu gering ist, steht es offen, größere Schritte zu machen. Aber sie dürfen dabei diejenigen, die sie überholen, nicht beschimpfen oder behindern.

© Helmut F. Kaplan


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