Einfache Ethik statt komplizierter Theorie


Wir brauchen keine aufwendigen, schwer verständlichen ethischen Theorien mehr, um die moralische Falschheit unseres Umgangs mit Tieren zu beweisen. Wir dürfen uns nicht länger von den Tierausbeutern aufschwatzen lassen, dass Tierrechte eine schwierige Sache seien. Die komplexen Konzepte von Singer (Utilitarismus) und Regan (Rechtsansatz) waren notwendige Zwischenschritte. Aber jetzt ist es an der Zeit für einen einfachen, unbefangenen Umgang mit tierethischen Fragen.

Die erste Etappe der Tierethik, die Zeit vor der Tierrechtsbewegung, bestand im Irrglauben, dass es sich bei Tieren quasi um ethische Exoten handle, auf die unsere herkömmlichen moralischen Argumente überhaupt nicht anwendbar seien. Die zweite Phase bestand in der Erkenntnis, dass man über den richtigen Umgang mit Tieren genauso rational diskutieren kann wie über den richtigen Umgang mit Menschen. Und die dritte Etappe der Tierethik, die es jetzt zu verwirklichen gilt, besteht in der Erkenntnis, dass komplizierte ethische Erwägungen über unseren Umgang mit Tieren ebenso überflüssig sind wie komplizierte ethische Erwägungen über unseren Umgang mit Menschen.

Es gibt nämlich eine einfache Ethik, eine ethische Weltformel, die uns sagt, wie wir Tiere und Menschen behandeln sollen.

© Helmut F. Kaplan


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