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Mit der Insolvenz von Karl Ludwig Schweisfurths Biokette "Herrmannsdorfer" ist hoffentlich eine der widerwärtigsten Tierausbeuter-Karrieren Deutschlands zu Ende. Was Schweisfurth in Interviews an perversem Schwachsinn von sich gegeben hat, gehört zum Schlimmsten, was ich je gelesen und gehört habe. An der Person Schweisfurth zeigte sich wie im Brennspiegel die Zweischneidigkeit der Bio-Fleisch-Produktion: Für die betroffenen Tiere ist es zweifellos ein Vorteil, auf diese anstatt auf "normale" Weise "produziert" zu werden. Für die Bewußtseinsbildung und Aufklärung der Menschen in Richtung Tierrechte ist die Bio-Fleisch-Produktion hingegen eine Katastrophe, weil sie den Menschen jede Menge hirnrisser Ausreden für ihr Fleischessen an die Hand gibt. Schweisfurth stand auch in Kontakt mit Aufhauser. So besuchte Aufhauser im März 2002 zusammen mit einer SPÖ-Delegation einen "Musterschlachthof" Schweisfurths in Bayern. In einem Bericht des SPÖ-Landtagsklubs über diesen Besuch heißt es unter anderem: "Die Kinder des Herrn Schweisfurth machten 1993 aus dem Gut nahe dem im bayrischen Bad Aibling ein kleines Paradies: aus der Metzgerei wurde ein Kreislauf ökologischer Lebensmittelproduktion. ( ... ) Die 130 Mitarbeiterinnen finden auf dem Anwesen nicht nur den Nahversorger, sondern wohnen teilweise auch dort und haben ihre eigene Kinderbetreuung inklusive Streichelzoo vor der Haustüre. ( ... ) Geschlachtet wird in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten unter Bedachtnahme auf alle Tierrechte. ( ... ) Die Erzeugergemeinschaft für Pinzgauer Rind liefert zwei Stück Vieh pro Woche. ( ... ) Jedes Tier, das in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten zur Schlachtung kommt, ist ökologisch aufgezogen worden. ( ... ) 'Ein Betrieb wie dieser macht klar', sagt Walter Thaler, "dass in großem Stil Fleisch verarbeitet werden kann und dennoch dem Tierschutzgedanken, wie wir ihn in unserer Verfassung verankern, nachgekommen wird.' 50 Schweine, zehn Rinder, zehn Kälber und 20 Lämmer werden pro Woche geschlachtet." Um es zurückhaltend zu formulieren: Die geistige Nähe zu Aufhauser ist unverkennbar. Apropos Aufhauser: Es ist bemerkenswert und aufschlußreich, daß er sich zu meiner Frage "Schadet 'Tierdiplomat' Aufhauser den Tieren?" nicht zu Wort meldet. Denn dafür gibt es eigentlich nur zwei Erklärungen. Entweder es ist ihm egal, was Tierrechtler über ihn denken. Oder er sieht sich außerstande, sein Konzept plausibel zu erläutern. Das eine schließt das andere im übrigen nicht aus. Die Ethische Weltformel (Vegi-Verlag) © Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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