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Es ist ein altes, schwieriges Problem: Wer ist denn nun eigentlich schlechter, schuldiger, wer moralisch mehr zu verurteilen: der Fleischesser oder der Metzger? Einerseits führt der Metzger lediglich aus, was ihm der Fleischesser aufträgt. Andererseits ist der Metzger aber doch "viel näher dran", für ihn ist alles deutlicher, ihm ist alles viel bewußter. Wie dem auch sei: Wenn wir öffentlich gegen Metzger vorgehen – was wir sollten, weil sie Symbolfiguren des Terrors gegen Tiere sind -, dann müssen wir auch öffentlich gegen Köche vorgehen. Denn die Köche sind ebenfalls "viel näher dran", ihnen ist ebenfalls alles viel bewußter - schließlich bringen sie manche Tiere ja auch selber um. Vor allem aber: Die Köche sind es, die für das Fleischessen Werbung machen! Das ginge bei den Metzgern ja auch schlecht – "Schaut her, ich bin es, der die Tiere für euch umbringt!", klingt nicht so gut. Die Köche sind die Werbeträger für die Fleischindustrie. Und sie machen beim Kochen obendrein laufend vermeintlich geistreiche Bemerkungen und gute Witze, die zusätzliche Anlässe für Kritik bieten. Ein Angriff gegen einen prominenten Koch – sei es ein alter Quadratschwätzer wie Siebeck oder ein junger Ultra-Cooler wie Zacherl – bringt tausendmal mehr als ein Angriff gegen einen namenlosen Metzger. Andererseits gilt es aber auch zu bedenken: Köche brauchen wir auch künftig, sie sind quasi innerhalb ihres Berufes resozialisierbar. Denn Kochen kann man im Unterschied zum Schlachten auch Tierrechts-konform. Deshalb sollte die Kritik an Köchen immer auch verknüpft werden mit der Einladung und Ermunterung, sich von der Steinzeittradition des Tiertötens zu lösen und sich einer zivilisierten und kultivierten Ausübung des Berufes zuzuwenden. Wenn es uns gelänge, ein paar prominente Köche auf unsere Seite zu ziehen, so wäre damit der Tierrechtsbewegung immens gedient. Denn auf Köche hören die Menschen bestimmt eher als auf Ethiker! © Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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