Sind Schächt-Kritiker unsensibel und fremdenfeindlich?


Zum jetzt wieder aufflammenden Tierrechts-internen Vorwurf gegen Schächt-Kritiker: Sie sollten das Schächten nicht kritisieren, weil das die religiösen Gefühle von Juden und Muslimen verletze und die Schächt-Kritik nur vom Grundübel des Schlachtens überhaupt (ob mit oder ohne Betäubung) ablenke:

Nehmen wir an, es sei in einem Land aufgrund religiöser Traditionen üblich, Todesurteile durch Steinigen zu vollstrecken. Initiativen gegen die Todesstrafe selbst sind chancenlos, da die Bevölkerung diese für völlig "normal" hält. Initiativen gegen die besonders grausame Hinrichtungsform Steinigen hätten hingegen durchaus eine Chance, da viele Menschen diese Tötungsform mittlerweile für unnötig grausam und unzeitgemäß halten.

Sollte man nun die Chance, das Steinigen durch eine weniger grausame Tötungsweise zu ersetzen, ungenutzt lassen und den Todeskandidaten erklären,

  • daß es für die Gläubigen im Lande halt wichtig sei, daß sie gesteinigt werden,
  • daß man später sowieso die Todesstrafe überhaupt abschaffen wolle,
  • daß dafür jetzige Aktionen gegen bestimmte Hinrichtungsformen leider kontraproduktiv seien, und
  • daß dies zwar für sie, die jetzt Betroffenen, echt bedauerlich sei, es aber nun einmal ums Prinzip gehe?

© Helmut F. Kaplan


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