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In einem SPIEGEL-Interview wird Marceline Loridan-Ivens in bezug auf ihren KZ-Film "Birkenau und Rosenfeld" gefragt, warum sie Birkenau denn bei Sonnenschein und in sattem Grün zeige. Ihre Antwort: "Die Natur dort ist einzigartig. Gleichzeitig ist es ein Ort des Schreckens, und genau darum geht es." Dies entspricht exakt dem schauerlichen Entsetzen, das mich überfällt, wenn ich mit dem Zug durch Bayern fahre: Eine wundervolle, traumhaft-schöne Landschaft - aber ich weiß, was dahintersteckt: ein riesiges KZ. Hinter den Mauern der Bauernhöfe befinden sich die bedauernswerten Opfer: angekettet und zu lebenslanger Haft und grauenhaftem Sterben verurteilt. Bewacht werden die Unschuldigen von dumpfen, derben, seelenlosen Bauern, die jeden Sonntag heuchlerisch in die Kirche kriechen. Diese Todeslandschaften sind eine großartige Veranschaulichung unserer gräßlichen Tierausbeutung. Sie stehen für perfiden, perfekten, verstecken Massenmord.
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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