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Neulich sah ich im Fernsehen einen Bericht über den Einsatz von Pferden in einem Bergwerk: Diese mußten ihr Leben lang unter Tage schuften, wobei viele erblindeten. Dann wurde ein Pferd gezeigt, das diese Tortur offenkundig doch einigermaßen heil überstanden hatte und gesagt, daß dieses Tier nun seinen Lebensabend in Frieden verbringen dürfe. Schließlich sah man, wie ein Mann versuchte, diese geschundene Kreatur, "zum Spaß" oder aus einem anderen absurden Grund, noch einmal in den finsteren Stollen zu ziehen. Das Pferd weigerte sich vehement weiterzugehen. Und jetzt kommt´s, der Sprecher sagt: Fast könnte man meinen, das Tier erinnere sich an das, was es im Bergwerk erlebt hat. NATÜRLICH erinnert sich das Pferd an sein Martyrium! Wie kann jemand, der nicht völlig verrückt ist, dies auch nur eine Sekunde lang bezweifeln? Nach diesem Bericht gehen mir zwei Dinge durch den Kopf: Es ist dringendst nötig, das Wissen der Menschen zu erweitern, zum Beispiel über das Leiden und die Leidensfähigkeit von Tieren. Denn das Unwissen hierüber hat offenkundig nach wie vor gigantische Ausmaße. Angesichts des grauenhaften Leidens der Tiere (das hat jetzt nichts mit dem Bericht zu tun, sondern mit einem Wichtigmacher, der sich gerade in meinem Internetforum produziert) ist es absolut verantwortungslos, die Tierethik als Bühne für persönliche Eitelkeiten zu mißbrauchen. Wer sein Denken schulen oder seine Intelligenz demonstrieren will, soll sich gefälligst ein anderes Gebiet als die Tierethik aussuchen, denn hier sind, siehe oben, Unswissen und Verwirrung ohnehin schon groß genug! Der Einwand, es gehe eben gerade darum, durch scharfsinnige Analysen und logische Schlüsse herauszufinden, OB Tiere moralische Rechte haben, ist absurd. Denn beim Wissen um die ELEMENTARSTEN Fakten und bei Anwendung der PRIMITIVSTEN Moral kann es auch nicht den Schatten eines Zweifels geben, DAß Tiere moralische Rechte haben.
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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