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In Chrisoph Wagners (Fr)Ess-Kolumne "Gusto" im Profil (12, 2005) lese ich folgendes: "'Ostern ohne Kitzl? – Ausgeschlossen!' Ilse Neu sagt es im Brustton der Überzeugung, während sie ihre weit über 200 Kitzerln und Mutterziegen zählende Herde aus dem Stall ... auf die ... grüne Weide treibt. Gleich aus dem Stegreif fallen ihr ein halbes Dutzend Rezepte ein, wie man das hauchzarte, würzige Fleisch der Ziegenkitze am besten zur Geltung bringen kann. ( ... ) Leider, schränkt die Biobäuerin aus Leidenschaft ein, 'ist das Osterkitz ein allmählich aussterbender Brauch'. ( ... ) Kann das daran liegen, dass sich so mancher Fleisch-Wolf beim Verzehren der sieben Geißlein heute schlechter fühlt als früher?" Exakt an dieser Stelle entfaltet Aufhausers frohe Botschaft ihre fatale Wirkung: Anstatt die endlich erreichte Sensibilisierung der Menschen zu nutzen, um sie zum Vegetarismus zu führen, bestärkt er sie in ihren alten Vorurteilen und Ausreden: Ihr könnt ruhig weiter Fleisch essen, Tiere lieben und Tiere essen ist kein Widerspruch. Hauptsache, man behandelt sie mit Respekt und läßt ihnen ihre Würde! Es kann nicht oft, laut und deutlich genug gesagt werden: Aufhausers Verharmlosungs- und Verdummungskampagnen gehören zu den größten Hindernissen auf dem Weg zur Verwirklichung von Tierrechten. Nichts ist einfacher, gefährlicher und schädlicher, als Menschen bei ihren schlechten Gewohnheiten ein gutes Gewissen zu machen.
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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