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Das Massaker von Srebrenica ist seit vielen Jahren bekannt. Aber so richtig Konsequenzen daraus gezogen, hat man bis jetzt nicht. Dieses Kriegsverbrechen wurde wie üblich nach Kräften verleugnet und verdrängt. Erst jetzt, wo unzweideutiges und unbezweifelbares Filmmaterial aufgetaucht ist, nimmt man die Sache ernst und will die Schuldigen endlich zur Verantwortung ziehen. Nicht anders verhält es sich mit den ständigen Masssakern an Tieren: Auch diese werden, solange es nur irgendwie geht, verleugnet und verdrängt. Und auch hieran wird sich erst etwas ändern, wenn eindeutiges und erschütterndes Filmmaterial vorliegt – und entsprechend verbreitet wird! Hierfür ist die Gelegenheit jetzt besonders gut. Denn eine Begleiterscheinung der mittlerweile sprichwörtlichen billigen polnischen Schlachthausarbeiter, die ihren deutschen Kollegen angeblich die Arbeitsplätze wegnehmen, ist: Im Zuge der immer weiter fortschreitenden Kostenminimierung, Arbeitsbeschleunigung und Profitmaximierung werden die Tiere immer noch rücksichtsloser niedergemetzelt! Deshalb wiederhole ich hiermit meinen Aufruf an alle Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen: Daß bereits der "ordnungsgemäße" Schlachthausbetrieb eine recht unerfreuliche Angelegenheit ist, ahnen die meisten Menschen wohl. Aber sie wären mit Sicherheit entsetzt, wenn sie wüßten, welch geradezu unglaubliche "außertourliche" Grausamkeiten im Schlachthaus an der Tagesordnung sind. Was läge also näher, als dieses Entsetzen der Menschen für die Tiere nutzbar zu machen: Die "außertourlichen", ungesetzlichen Grausamkeiten in Schlachthäusern, etwa die fehlende oder mangelnde Betäubung oder das sadistische Quälen von Tieren, sind wohldokumentiert. Was fehlt, ist die breite, systematische und wiederholte Veröffentlichung dieses Materials. Danach müßte es möglich sein, die Menschen zu mobilisieren, Maßnahmen zur Verhinderung dieser überflüssigen und illegalen Grausamkeiten zu fordern. Auch die Schlachthausbetreiber müßten ein Interesse daran haben, vom Vorwurf des ständigen Gesetzesverstoßes befreit zu werden. Die permanente Video-Überwachung wäre eine einfache und wirksame Möglichkeit, die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen in Schlachthäusern zu gewährleisten. Ich rufe daher alle Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen auf, sich auf allen Ebenen vehement und unnachgiebig für eine lückenlose Video-Überwachung aller Schlachthäuser einzusetzen. Und, wer weiß: Vielleicht führt die durch diese Kampagne bewirkte Kenntnis von den illegalen Grausamkeiten in den Schlachthäusern dazu, daß die Menschen auch die gesetzlich zugelassenen Grausamkeiten in Frage stellen.
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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