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Daß es zwischen Vogelgrippe und Fleischessen einen wichtigen Zusammenhang gibt, liegt auf der Hand: Würden die Tiere nicht gegessen, wären sie gar nicht auf der Welt. Mir geht es hier aber um einen anderen Zusammenhang: Mich erstaunt immer wieder die unglaubliche Gleichgültigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der in den Medien über die brutale Behandlung der (vielleicht) infizierten Vögel berichtet wird. Und zwar ausnahmslos, ich habe noch NIE eine Meldung gehört oder gelesen, in der das Leiden dieser Tiere auch nur ERWÄHNT worden wäre. Da werden Millionen von leidensfähigen Wesen auf unvorstellbar grauenhafte Weise erschlagen, erstickt und vergast, und darüber wird berichtet, als ginge es um das Anstreichen von Häusern oder um das Betonieren von Straßen! Woher kommt diese zynische Sachlichkeit? Wie ist diese barbarische Objektivität möglich? Darauf gibt es eine einzige Antwort: Weil die Tiere sowieso nur zum Umbringen gezüchtet werden! Folgerichtig bedeutet die bloße Vorverlegung des Umbringens für die Tiere keine dramatische Veränderung. Und folgerichtig gilt das Bedauern allein den Menschen, die durch das vorgezogene Umbringen wirtschaftlichen Schaden erleiden. So weit so furchtbar. Aber was zeigt dies darüber hinaus? Die Definition von Tieren als Wesen, die zum Aufgegessenwerden da sind, bringt diesen Wesen nicht nur den Tod, sondern erzeugt auch eine Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Leben. Und diese Haltung betrifft grundsätzlich ALLE "Nutztiere" - sowie tendenziell überhaupt alle Tiere: Wenn es völlig "normal", selbstverständlich und unbedenklich ist, bestimmte Tiere, leidensfähige Wesen, umzubringen und aufzuessen, dann können alle Tiere für vergleichbar triviale Zwecke mißbraucht werden: zum Begaffen in Zoos, zum Tragen ihres Pelzes, zum "Spaß" beim Jagen usw. Solange wir irgendwelche Tiere essen, werden wir alle Tiere ausbeuten.
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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