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Immer sachlich, nie persönlich, nie beleidigend – daran versuche ich mich bei der Tierrechtsarbeit stets zu halten. Und so schwer einem dies mitunter auch fällt – ich denke, es macht sich langfristig bezahlt. Wenn man die Fakten und Argumente ruhig und sachlich vorträgt und sein Gegenüber oder Publikum respektiert, erreicht man mehr, als wenn man wild darauflospoltert. Allerdings habe ich mich auch schon oft gefragt, ob es für diese Zivilisiertheits-Maxime nicht auch legitime Grenzen gibt. Seit der Sendung "Köche bei Kerner" vom 16. Dezember 2005 (gebratene Gänseleber und Gans mit Hefeteigfüllung) weiß ich: Es gibt solche Grenzen! DERARTIGE Orgien von Geschmacklosigkeit, Dummheit und Sadismus kann man nicht oder muß man zumindest nicht sachlich und höflich kommentieren. Ich denke, es verhält sich hier nicht anders als beim persönlichen mitmenschlichem Umgang. Da empfiehlt es sich grundsätzlich ja auch, nicht gleich "aus der Haut zu fahren", sondern möglichst freundlich und gelasssen zu bleiben. Aber auch hier gibt es Grenzen: Wenn man auf besonders unverschämte Weise angepöbelt wird, empfiehlt es sich dringend, zumindest in gewissem Maße "mit gleicher Münze heimzuzahlen" – weil solche Menschen schlicht keine andere Sprache verstehen. Gleiches gilt für besonders dreiste speziesistische Ausfälle gegen Tiere. Ich denke, hier ist die Grenze zum Beispiel erreicht, wenn man mit purer Schadenfreude gepaart mit beängstigender Primitivität konfrontiert wird. Das ist dann einfach nur mehr zum Kotzen und das kann man dann auch einmal so sagen! Von genannter Sendung blieb mir besonders in Erinnerung: Erstens, wie einer dieser Koch-Clowns erzählte, daß er sich bei einem Bauern oder seinem Nachbarn immer jene Gans "merke", die am lautesten schreie und dann bei sich denke: "In sechs Wochen geht es dir an den Kragen!" und – natürlich, Kunststück, erfülle sich diese Rachephantasie immer. Zweitens beeindruckte mich Kerners dreckiges Grinsen bei der Frage "Und hast du sie auch selber geschlachtet?" Solche Menschen outen sich ja dankenswerterweise gleich selber als sadistische Barbaren – und zerstören damit mit einem Schlag das von anderen mühsam errichtete potemkinsche Dorf des rechtschaffenen, in Einklang mit Natur und Gott lebenden Fleischessers. Das erinnert an die Fotos amerikanischer Flieger, die vor den Bomben posieren, die sie gleich auf Unschuldige abwerfen werden und die sie mit obszönen Verhöhnungen der Opfer beschmiert haben – und damit mit einem Schlag die mühsam aufgebaute offizielle Kriegsrhetorik Lügen strafen. Hartgesottene Sadisten vom Schlage Kerner & Co, deren Anteilnahme immer nur gespielt ist, sind für Dinge wie Anstand, Moral und Gerechtigkeit unempfänglich. Es hätte daher wenig Sinn, solche Menschen (nur) auf sachlicher Ebene zu kritisieren. Außerdem ist der widerwärtige Ungeist dieser perversen Sendung – man plaudert über das Umbringen Unschuldiger, zelebriert seinen Einfallsreichtum bei der Leichenzubereitung und verhöhnt die Opfer -, ohnehin vor allem nur eines: zum Kotzen. Ich hoffe, daß möglichst viele Zuseher der Kerner-Kotz-Crew dies auch sagen!
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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