Wer Veganer will, muß Vegetarier werben


Ich weiß, daß ich für folgende Zeilen wieder von manchen "hingerichtet" werde. Ich schreibe sie aber dennoch, weil meine primäre Loyalität nicht bestimmten Tierrechtlern, sondern allen Tieren gehört und gehören muß. An den Fakten führt kein Weg vorbei, wenn man die Wirklichkeit verändern will. Und drei Fakten sind:

  1. Das Hauptproblem der Tiere bzw. der Tierrechtsbewegung ist die Verfressenheit der Menschen. Wenn die Menschen keine tierlichen Produkte mehr essen würden, wären wir am Ziel bzw. diesem sehr nahe.
  2. Angesichts der frivolen Unbekümmertheit, mit der wieder überall das Fleischessen propagiert, ja zelebriert wird, ist es absurd zu glauben, in den nächsten hundert Jahren eine nennenswerte Zahl von Menschen mittels Vorbildwirkung oder ethischer Argumente zu Veganern machen zu können.
  3. Eine Vegetarisierung der Gesellschaft bedeutete automatisch eine Veganisierung der Gesellschaft: Wenn kein Fleisch mehr produziert würde, würde sich die Milch- und Eierproduktion schlicht nicht mehr rentieren.

Wem es also darum geht, daß möglichst bald möglichst wenig tierliche Produkte gegessen werden, muß sich vorrangig um die Verbreitung des Vegetarismus bemühen. Denn:

  1. Es ist ungleich einfacher, die Menschen zu Vegetariern als zu Veganern zu machen.
  2. Mit der Vegetarisierung bekommen wir die Veganisierung quasi mitgeliefert.

Diese faktischen Zusammenhänge müssen allen ethischen Überlegungen zugrunde gelegt werden. Wem es um die Folgen für die Tiere geht, muß vorrangig den Vegetarismus propagieren.

© Helmut F. Kaplan


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