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Auf den ersten Blick ist es unfaßbar: Peter Singer befürwortet Tierversuche. Das ist so wie: Papst eröffnet Kondom-Shop. Auf den zweiten Blick ist die Sache freilich gar nicht erstaunlich, sondern vielmehr utilitaristisch-logisch: Wenn die Lust-Leid-Bilanz stimmt, sprich: wenn die positiven Folgen die negativen übersteigen, ist das Vorgehen ethisch gerechtfertigt. Getickt hat die utilitaristische Tierrechts-Zeitbombe schon seit Jahrzehnten (ich habe bereits 1988 in meinem Buch "Philosophie des Vegetarsimus" auf sie hingewiesen). Nur gehört hat man sie kaum. Warum? Weil Singer immer, wenn er überzeugend war, seinen Utilitarismus "vergessen" hatte. (In "Befreiung der Tiere" kommt das Wort überhaupt nicht vor.) Jetzt hat Singer den Utilitarismus "zugeschaltet" – und die Bombe ist explodiert.
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