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Für meine jüngste Kritik an Aufhauser und Kerner habe ich ordentlich Prügel bezogen: Ich sollte mich doch um Himmels willen um die vielen wichtigen Sach-Probleme kümmern, anstatt mich an Personen festzubeißen! Außerdem liefe ich damit Gefahr, nicht mehr ernstgenommen zu werden. Und: Da sei wohl auch Neid im Spiel, schließlich hätten Aufhauser und Kerner ein Millionenpublikum, von dem ich nur träumen könne. Den letzten Punkt habe ich nicht ganz verstanden: Karl Moik und Michael Schumacher hatten auch ein größeres Publikum als ich, aber das hängt vielleicht auch ein bißchen mit dem zusammen, was wir machen: Musikantenstadl und Formel-1 – sowie im Falle Kerner Talk- und Kochsendungen - ziehen irgendwie einfach mehr Menschen an als Tierrechtsphilosophie. Und die Auffassung, daß das, was Kerner macht, harmlos sei, leuchtet mir auch nicht ein. Im Gegenteil, ich bin überzeugt: Wer sein Publikum mit dem Quälen und Töten von Tieren sowie mit entsprechenden sadistischen Bemerkungen zu Lach- und Beifallsstürmen hinreißt, ist ebensowenig harmlos wie jemand, der sein Publikum mit dem Verhöhnen von Ausländern, Asylanten und Behinderten unterhält! Aber nun zum Kern der Sache: Es gibt im Zusammenhang mit Tierrechten nun einmal Themen, die keinen unmittelbaren Personenbezug haben, und solche, bei denen dies sehr wohl der Fall ist! Daß etwa Fleischessen und Tierversuche moralisch falsch sind, hat zunächst nichts mit bestimmten Personen zu tun. Der erste systematische und erfolgreiche Versuch, den Fleischessern jenes gute Gewissen zurückzugeben, das sie vor der Entstehung der Tierrechtsbewegung hatten, ist hingegen sehr wohl mit einer bestimmten Person verbunden, nämlich mit Michael Aufhauser! Schadet "Tierdiplomat" Aufhauser den Tieren? Soll dieses existentielle Problem deshalb ignoriert werden? Sollen wir deshalb untätig zusehen, wie die mühselige, jahrzentelange, nur millimeterweise voranschreitende Bewußtseinsbildung in Richtung Tierrechte binnen Minuten wieder zunichte gemacht wird? Sollen wir kommentarlos beobachten, wie in den Köpfen der Menschen die verheerende Botschaft verankert wird: Tierrecht und Tiermord sind kein Widerspruch, solange wir nur alle fünf Minuten von Tierwürde faseln?
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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