Ich esse meine Freunde - Aufhauser hat weiterhin den Rückwärtsgang eingelegt


Hiermit komme ich der mehrfach geäußerten Bitte nach, meine Analyse "Schadet 'Tierdiplomat' Aufhauser den Tieren?" dahingehend zu überprüfen, ob sie angesichts neuerer Aussagen Aufhausers noch aktuell ist. Michael Aufhauser nimmt auf seiner Homepage zu zehn Fragen Stellung . Im wesentlichen ist aber nur Frage 8 im Hinblick auf meine Analyse relevant ist. Ansonsten erfahren wir vor allem, daß es Aufhauser auch beim Tierschutz vorrangig um Menschenschutz geht: "Wie wir mit Tieren umgehen, gehen wir im Notfall auch mit Menschen um", "Am Umgang mit Tieren kann man den Zustand einer Gesellschaft erkennen" usw.

Hier Frage 8 mit Aufhausers Antwort: "Da Sie Fleischessen nicht grundsätzlich verdammen, sondern sich für artgerechte Haltung und schonende Schlachtung einsetzen, werden Sie von anderen Tierschützern oft kritisiert. Was antworten Sie diesen Kritikern?"

"Man kann eine Ernährungskultur nicht einfach ausknipsen. Maximalforderungen führen selten zum Ziel. Wie geht der Mensch? Schritt für Schritt. Und das ist meine Methode. Es wird auch niemand ausgegrenzt. Wer mit Metzgern nicht redet, kann kein Tierschützer sein. Es hilft doch nichts, vor dem Schlachthof zu protestieren, man muss mit den Menschen drinnen reden. Man muss sie dort treffen, wo die Tat sich vorbereitet. Die Deklarierung alleine hilft nichts. Was die Tiere brauchen: Ein Leben vor dem Tod und ein angstfreies Ende. Das ist ein erster Schritt."

Das Gleichnis vom Gehen ist schon stimmig: Man bewegt sich Schritt für Schritt. Fragt sich nur, in welche Richtung! Wer das Ziel nicht kennt, bewegt sich oft in die falsche Richtung. Und genau dies ist bei Aufhauser der Fall: Er geht rückwärts.

Daß Aufhauser die Orientierung fehlt, zeigen Aussagen wie: "Wer mit Metzgern nicht redet, kann kein Tierschützer sein." Solche Sätze sind so entlarvend wie sie absurd sind. Man denke nur an die Abwandlung: "Wer mit Mördern nicht redet, kann kein Menschenschützer sein."

Noch dramatischer manifestiert sich Aufhausers Orientierungslosigkeit samt katastrophaler Folgen bei Frage 4 ("Wie kann ich auch ohne Geld Tierschutz praktizieren?") und der Antwort, die er verheerenderweise NICHT gibt: "Indem ich ich keine Tiere mehr esse"! Anstatt dessen empfiehlt Aufhauser unter anderem "kostenfreies Hinschauen und Nachdenken".

An der Aktualität meiner Analyse hat sich - leider! - nichts geändert: Aufhauser fehlt nicht nur jegliche Perspektive in Richtung Befreiung der Tiere, er ermuntert die Menschen auch noch zum Rückwärtsgehen. Aufhauser gefährdet auf unverantwortliche Weise den mühsam errungenen Fortschritt jahrzehntelanger Tierrechtsarbeit: die Sensibilisierung der Menschen für unseren unmoralischen Umgang mit Tieren.

Aufhauser winkt die Menschen, die sich eben zaghaft in die richtige Richtung zu bewegen begannen, zurück und ermuntert sie, es sich wieder in der alten verlogenen Tierschutzecke gemütlich zu machen: Ihr könnt Tiere gern haben UND sie weiterhin essen. Laßt euch nicht von weltfremden Spinnern verunsichern. Macht es wie ich und meine prominenten Freunde: Tiere streicheln, Tiere essen - und dabei jede Menge Spaß haben!

© Helmut F. Kaplan


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