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"Der in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat
Rhode Island lebende Kater Oscar verblüfft das medizinische Personal mit einer
besonderen Fähigkeit: Er scheint den Tod von Patienten vorauszusagen, indem er sich in deren
letzten Stunden neben sie legt. ( ... ) Das Pflegepersonal ist inzwischen dazu übergegangen,
die Angehörigen zu verständigen, wenn sich der Kater zu einem Patienten gelegt hat. Denn das
bedeutet in der Regel, daß der Kranke noch weniger als vier Stunden lebt.
'Er macht nicht viele Fehler. Er scheint zu fühlen, wenn Patienten am Sterben sind', erklärt der Arzt David Dosa.
Er beschreibt das Phänomen in einem Artikel im 'New England Journal of Medicine'.
'Viele Angehörige finden Trost darin. Sie finden es gut, dass die Katze ihrem sterbenden
Familienmitglied Gesellschaft leistet', sagt Dosa, ein Facharzt für Altersheilkunde und
Medizinprofessor an der Brown-Universität in Providence. ( ... ) Oscar scheint seine Arbeit
ernst zu nehmen, sagt Dosa. Ansonsten halte der Kater eher Distanz. ( ... )
Oscar könne den Tod besser vorhersagen als die Menschen, die in dem Pflegeheim arbeiteten, sagt Joan Teno von der
Brown-Universität, die Patienten in dem Heim behandelt und Expertin für die Pflege Todkranker
ist. ( ... ) Bei der Untersuchung einer Patientin stellte Teno fest, dass die Frau nichts
mehr aß, schwer atmete und ihre Beine bläulich verfärbt waren - Anzeichen, die
häufig auf den bevorstehenden Tod hindeuten. Oscar blieb aber nicht im Krankenzimmer und
Teno dachte, dass er sich diesmal wohl geirrt habe. Später stellte ich aber heraus,
dass sich die Ärztin selbst um etwa zehn Stunden vertan hatte. Und Oscar erschien
zwei Stunden vor dem Tod der Patientin an deren Bett." "Die Katzen werden anästhesiert und
durch den Schlund künstlich beatmet. Durch eine Halteapparatur wird der
Kopf des Tieres fixiert, die Schädeldecke wird an zwei Stellen aufgefräst.
Ein Stahlzylinder mit einem Durchmesser von 1,8 cm wird über der
Schädelöffnung befestigt und Meßelektroden ins Gehirn gestochen.
Um die Bewegungen der Augen dauerhaft zu registrieren,
werden Drahtspiralen aus Platin unter der Bindehaut des Auges eingenäht.
Nach einer Erholungsphase von einer Woche beginnen die eigentlichen Experimente,
die drei bis vier Monate dauern. Dabei wird mit den nicht betäubten
Tieren ein bis zwei Stunden pro Tag experimentiert. Die Katzen werden in
eine Plastikbox gesetzt, die mit Tüchern ausgestopft ist, um Körperbewegungen
zu verhindern. Der Kopf wird mit einem Kopfhalter festgeschnallt.
Die Box wird in ein Magnetfeld gestellt und die Hirnaktivität durch in das Gehirn
eingestochene Elektroden gemessen. Weiter werden optische Reize vor dem Auge
des Tieres produziert und die Antwort der Nervenzellen im Gehirn erfaßt. Die Katzen
sind dabei bei vollem Bewußtsein, Schläfrigkeit wird durch akustische oder Berührungs-Reize
verhindert. Am Ende der Experimente werden durch je zehn Sekunden dauernde Stromzuführung
elektrolytische Verletzungen des Gehirns hervorgerufen. Die Tiere werden durch Salzinfusion
umgebracht." Weitere Versuchsbeschreibungen hier: Datenbank Tierversuche (Nummer des obigen Versuchs: 47)
© Helmut F. Kaplan Themenverwandte Artikel: |
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