US-Vorwahlen: Egoistische Einheitspartei


Am amerikanischen Wahlkampf verstört vieles. Am meisten vielleicht Hillary Clintons Verlogenheit: Während sie ohne Unterlaß von ihrer Sorge um das Land redet, verraten ihre Augen, worum es ihr wirklich geht: persönliche Profilierung. Der fragwürdigste Aspekt des absurden Wahlkampfmarathons wird freilich kaum wahrgenommen: die dauernden Patriotismus-Parolen. Diese Art Patriotismus ist nichts anderes als kollektiver Egoismus: Letztlich zählt nur unser eigener Vorteil, wirklich wichtig ist nur, daß es uns gut geht.

Und der kollektive Egoismus Patriotismus befindet sich moralisch auf der gleichen Ebene wie der kollektive Egoismus Speziesismus: Hauptsache, uns Menschen geht es gut! Daher: Sollte es in nächster Zeit einen positiven Impuls in Richtung Verwirklichung von Tierrechten geben, wird er nicht vom Epizentrum des Egoismus Amerika ausgehen, sondern von Europa - wo man wenigstens ansatzweise erkennt, daß extremer Egoismus ein Erbe ist, das überwunden werden muß.

© Helmut F. Kaplan

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