Armer Dorfer


Unter der Überschrift "Arme Kreaturen" kommentiert Alfred Dorfer die Verhaftung österreichischer Tierrechtler unter anderem wie folgt:

"Grundsätzlich ist ... artübergreifende Solidarität keineswegs beängstigend. ( ... ) Doch ist man hier nicht auf halbem Wege stehen geblieben? ( ... ) Vergeblich sucht man die Che Guevaras im Kampf für eine faire Behandliung des Knoblauchs. Wann vereinigen sich endlich die Stachelbeeren aller Länder, um gegen ihr saures Image zu revoltieren?"

Wieder ein beeindruckender Beleg für meine These, daß die vorgeblich Fortschrittlichsten oft die faktisch Rückschrittlichsten sind. (Als Kabarettist ist Dorfer ja so etwas wie ein Berufs-Progressiver.) Zugegebenermaßen hat meine Argumentation in diesem Falle einen entscheidenden Schönheitsfehler: Dorfers Worte zeugen zwar von seinem reaktionären Spezies-Chauvinismus, in noch viel höherem Maße beweisen sie aber seine bescheidene Intelligenz. Wer offenkundig unfähig ist, den moralisch bedeutsamen Unterschied zwischen Pflanzen und Tieren zu erkennen, ist vor allem eines: eine arme Kreatur.

© Helmut F. Kaplan

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