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Diplomarbeit von Astrid Kaplan:Zum Verhältnis
von Mensch und Tier > Zurück zum Inhaltsverzeichnis
4.4. Massentierhaltung und AbwehrmechanismenIm Rahmen der Massentierhaltung spielen Abwehrmechanismen ebenfalls eine zentrale Rolle. Um den Vorgang des Tötens nicht erleben und selbst ausführen zu müssen, wurde die Abwehr - wobei hier besonders die Verdrängung und die Spaltung eine wichtige Rolle spielen - kulturell institutionalisiert. In einem Interview mit dem Philosophen WOLF wird die Frage gestellt, ob wir in einer Kultur des Tötens leben, angesichts der Tatsache, daß beispielsweise in Deutschland pro Jahr 400 Millionen Tiere geschlachtet werden, wobei Fische nicht eingerechnet sind. In den USA sind es 5 Milliarden Tiere pro Jahr. Dennoch werden Leid und Tod der Tiere streng abgeschirmt. Um den Anblick der Massentierhaltung nicht ertragen zu müssen, werden die Vorgänge im Verborgenen bürokratisch verwaltet und tabuisiert (vgl. URL 8, 2000). So wird zum Beispiel in Schweizer Schlachthöfen in der Regel um fünf Uhr Nachts geschlachtet. Damit werden die Gefühle der sogenannten Verbraucher geschützt. Die meisten Menschen, die Tiere verbrauchen, töten ja nicht selbst. Das ist insbesonders in den Großstädten auch nicht möglich. Dennoch sind in der Tat immer weniger Menschen bereit, Tiere eigenhändig zu töten. Es stellt eine sichtliche Entlastung dar, diese Arbeit an andere zu delegieren. Wann immer möglich, wird die Vorgeschichte des Steaks auf dem eigenen Teller verdrängt. > Zurück zum Inhaltsverzeichnis
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