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Diplomarbeit von Astrid Kaplan:Zum Verhältnis
von Mensch und Tier
5. ZUSAMMENFASSUNGDie zentrale Frage dieser Arbeit lautet: Wie ist es möglich, Tiere, zwischen denen keinerlei biologischer Unterschied besteht, der rationalerweise als moralisch relevant bezeichnet werden könnte - zum Beispiel Hunde und Schweine -, einerseits äußerst gut und andererseits äußerst schlecht zu behandeln. Um diese Frage zu untersuchen, wurden im 3. Kapitel Beispiele für derartige Widerprüche in der Mensch-Tier-Beziehung dargestellt. Mittels theoretischer Konzepte aus der Sozialpsychologie und der Psychoanalyse konnten wesentliche psychologische Faktoren, die die widersprüchliche Bewertung und Behandlung von Tieren erhellen, ermittelt werden. Die psychoanalytische Entwicklungspsychologie
verdeutlicht, daß durch die frühe Erziehung des Kindes zum
Fleischessen einerseits und die gleichzeitige Erziehung zu einer positiven
emotionalen Einstellung zu Tieren andererseits die Grundlage für
jegliches widersprüchliche Verhalten in der Mensch-Tier-Beziehung
gelegt wird. Das Kind weiß zunächst nicht um den Zusammenhang
zwischen Fleisch und toten Tieren, daher besteht auch noch kein bewußter
Konflikt in seinen Einstellungen zu Tieren. Ein Konflikt beginnt sich
allerdings dann zu bilden, wenn das Kind erkennt, daß Fleischessen
bedeutet, daß die gleichen Geschöpfe, denen seine Liebe gilt,
getötet werden, um von ihm gegessen werden zu können. Wenn
dann nach einer Erklärung gefragt wird, wird dem Kind klargemacht,
daß es völlig normal sei, bestimmte Tiere zu essen. Diese
Wertvorstellungen der Eltern werden vom Kind gewöhnlich in einem
Alter zwischen fünf und sieben Jahren verinnerlicht, also zu einer
Zeit, in der die innere Moral eines Menschen wesentlich geprägt
wird. Durch das Wirken der Abwehrmechanismen, vor allem der Verdrängung,
der Spaltung und der Rationalisierung, wird das widersprüchliche
Verhalten zu Tieren nicht mehr bewußt wahrgenommen und das Kind
identifiziert sich mit dem Verhalten der Eltern. > Zurück zum Inhaltsverzeichnis
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