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Unterwegs für Tierrechte
Tierrechtsarbeit vor Ort


Mit der Rubrik "Unterwegs für Tierrechte" sollen Ihnen Beispiele über meine umfangreiche "Außendienst-Arbeit" (Vorträge, Lesungen, Workshops, Podiumsdiskussionen, Kongressteilnahmen) vermittelt werden. Aufgrund meiner intensiven literarischen Arbeit zum Thema Tierrechte ist jedoch meine Vortragstätigkeit sehr eingeschränkt, und ich kann den vielen Vortrags- und Kongresseinladungen leider unmöglich vollständig nachkommen. Der Zeit- und Kostenaufwand für Vorbereitung und Reisen ginge zu Lasten unseres gemeinsamen Zieles, unserem Kampf für die Rechte der Tiere. Stellvertretend für die vielen "Einsätze" sind hier nur einige besonders hervorgehoben.



HFK in Schliersee


Am 5. August 2006 hielt ich auf der Anti-Jagd-Demo in Schliersee eine kurze Ansprache (siehe hier)

Die wunderbare bayerische Landschaft veranschaulicht auf perfekte Weise einen wichtigen Aspekt unserer Terrorherrschaft gegenüber Tieren: Ein vordergründiger Friede verdeckt die barbarische Realität. In dieser herrlichen Gegend verbrachte Bruno seine letzten Tage - bis er von seinen feigen Mördern, beauftragt von ihren kriminellen Hintermännern, umgebracht wurde.

Die Veranstaltung war ein schöner Erfolg. 500 bis 600 Menschen demonstrierten gegen Brunos Ermordung und die Jagd allgemein.

Die Kritik an der Jagd ist ein potentiell wirksamer Hebel zur Beförderung des allgemeinen Tierrechtsbewußtseins: Menschen, die verstehen, daß es verwerflich ist, Tiere ohne guten Grund in der Natur umzubringen, verstehen auch eher, daß es verwerflich ist, Tiere ohne guten im Schlachthaus umzubringen.

Dieser Zusammenhang sollte mehr als bisher hergestellt und genutzt werden. Zumal die Ermordung Brunos gezeigt hat, daß die Bevölkerung für Verbrechen gegenüber Tieren durchaus sensibilisierbar ist.

Redner

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HFK in Heidelberg


Endlich komme ich dazu, kurz von meinem Vortrag in Heidelberg am 17. Mai 2006 zu berichten (Interdisziplinäre Vorlesungsreihe Tierrechte). Um es gleich vorwegzunehmen: Mein Eindruck an diesem Abend war ein insgesamt recht positiver: zwar natürlich kein "Massenansturm", aber doch interessierte und engagierte Zuhörer in akzeptabler Zahl. Was später von der Vorlesungsreihe zu lesen war, ist schon weniger erfreulich: daß sie von Universität, Studenten und Presse durchgehend boykottiert bzw. totgeschwiegen wurde.

Es zeichnet sich überhaupt eine merkwürdige zwiespältige Entwicklung ab: Auf der einen Seite gibt es immer mehr Professoren, die Tierrechte thematisieren (und zwar überwiegend in positiver Weise). Auf der anderen Seite verlieren Tierrechte aber auf gesellschaftlicher Ebene immer mehr an Bedeutung (so waren Tierrechte etwa vor zehn Jahren im Fernsehen ein durchaus geläufiges Thema).

Die akademische Etablierung von Tierrechten scheint mit ihrer gesellschaftlichen Neutralisierung einherzugehen ­ was natürlich nicht "Zweck der Übung" sein kann. Dem gilt es entgegenzuwirken. Ohne spektakuläre Ereignisse oder Aktionen drohen Tierrechte vollends von der Bildfläche der gesellschaftspolitischen Diskussion zu verschwinden.

Exakt in diesem Bereich war mein Thema angesiedelt: "Tierbefreiungen ­ Kriminelle Akte oder konsequente Ethik". Siehe dazu: Habermas, Moral und Recht

 



HFK auf dem Bundesparteitag der Deutschen Tierschutzpartei in Frankfurt


Am 9. April 2005 konnte der Vorsitzende der Tierschutzpartei, Jürgen Gerlach, besonders viele Mitglieder und Gäste zum Bundesparteitag in Frankfurt am Main begrüßen. Dies sei, so Jürgen Gerlach, wohl auch auf den diesjährigen Gastvortrag zurückzuführen: Helmut F. Kaplan sprach zum Thema

"Tierrechte und Tierbefreiungen – Legitim oder nicht?"

Der Parteivorsitzende verwies in seiner einführende Rede auf das momentane Engagement von Helmut Kaplan in Fernost, wo vor rund vier Wochen sein Buch "Leichenschmaus" unter dem Titel "Shitai no bansan" auf Betreiben der japanischen Tierrechtsgruppe SASA Japan (Leiterin Lydia Tanabe) veröffentlicht wurde und auf eine unerwartet große Resonanz stößt.

Dr. Kaplan zeigte in seinem Referat mehrere historische, ethische und strategische Parallelen zwischen der Menschenrechts- und der Tierrechtsbewegung auf. Der vielleicht wichtigste Gedankengang in seinen Ausführungen war der Verweis auf Jürgen Habermas´ Forderung nach einem Vorgriff auf künftiges Bewusstsein, um eben dieses Bewusstsein zu schaffen:

Die Menschenrechtspolitik sei, so Habermas, "angesichts des unterinstitutionalisierten Weltbürgerrechts zum ... Vorgriff auf einen künftigen kosmopolitischen Zustand (genötigt), den sie zugleich befördern will."

Schließlich verdeutlichte Helmut Kaplan die Legitimität von Tierbefreiungen mit dem Hinweis auf die Situation beim Menschen. Es wäre doch völlig absurd zu sagen: Ja, natürlich haben Menschen Rechte. Aber wenn sie in die Hände von Verbrechern geraten, die ihnen diese Rechte vorenthalten, ist die Befreiung dieser Menschen ethisch nicht vertretbar.

"Sobald jemand IRGENDWELCHE Rechte hat, hat er ZUALLERERST das Recht, befreit zu werden, wenn er in die Hände von jemandem gelangt, der ihm seine Rechte vorenthält!"

Die breite Zustimmung der anwesenden Gäste und Parteimitglieder der Deutschen Tierschutzpartei zu Dr. Kaplans Ausführungen und Schlussfolgerungen veranschaulichte eindrucksvoll, dass die Tierrechtsidee mittlerweile auch zum Bestandteil fortschrittlicher Tierschutzarbeit geworden ist.

AKTE war vor Ort. Die stellvertretende Leiterin von AKTE, Barbara Hohensee aus Berlin und ich waren der Einladung der Deutschen Tierschutzpartei gefolgt. Selbstverständlich nutzen wir die Gelegenheit zu einem mehrstündigen "Brainstorming" mit Helmut Kaplan bei einem veganen Abendessen am Tage zuvor.

Stefan Bernhard Eck

(Leiter / Sprecher - Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E.)

 



Beim Bund für Geistesfreiheit in München


Am 28. Januar 2005 hielt ich auf Einladung des Bundes für Geistesfreiheit am Gasteig in München einen Vortrag zum Thema

Ist Fleischgenuß Mord?
Tierrechte – Begründungen und Konsequenzen

Hier eine kurze Inhaltbeschreibung:

"Die moderne Tierrechtsbewegung gibt es seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Als Initialzündung kann Peter Singers 1975 erschienenes Buch Animal Liberation betrachtet werden. Die Frage, ob wir Tiere essen dürfen, ist die wichtigste (wenngleich keineswegs einzige) Frage, mit der sich die Tierrechtsbewegung befaßt. Im Gegensatz zum traditionellen Tierschutz und zur herkömmlichen Tierethik beantwortet die Tierrechtsbewegung diese Frage mit einem kategorischen Nein.

Eine einheitliche Begründung für Tierrechte gibt es nicht. Vielmehr reichen die Begründungsansätze von komplexen ethischen Theorien, wie sie etwa Peter Singer und Tom Regan vorgelegt haben, bis hin zu situationsspezifischen Ad-hoc-Begründungen. Letztere zielen darauf ab, die moralischen Positionen, die die Menschen haben (bzw. vorgeben zu haben), im Hinblick auf unseren Umgang mit Tieren konsequent zu zuendezudenken.

Die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz ist eine erste wichtige Konsequenz der Tierrechtsbewegung. Ziel ist das völlige Verbot jeglicher Tiernutzung."

Nach meiner Darlegung einiger grundsätzlicher Aspekte der Tierrechtsphilosophie kam es zu einer ausführlichen und engagierten Diskussion vieler Fragen aus dem Zuhörerkreis. Erfreulicherweise verlief diese Diskussion sehr sachlich und diszipliniert - was angesichts der im Vorfeld der Veranstaltung angekündigten Störungen nicht ganz selbstverständlich war.

 



Tierrechtskongreß 2004 in Wien


http://www.tierrechtskongress.at/bilder/AKs/Seiten/20040918_2PICT0013_jpg.htm

Am 18. September 2004 hielt ich am Tierrechtskongreß in Wien zwei Kurzreferate mit anschließender Diskussion. Hier die Themen mit kurzer Beschreibung:

Wege zum Veganismus – Rationale Konzepte für eine ethische Zielsetzung

Vielleicht sind wir der Veganisierung der Gesellschaft schon näher, als wir glauben. Auf alle Fälle muß dieses Ziel auf mehreren Ebenen verfolgt werden. Und es gibt strategische Vorbilder in anderen Tierrechtsbereichen, die es zu erkennen und zu nützen gilt.

Die Ethische Weltformel – Eine Moral für Menschen und Tiere

Die erste Etappe der Tierethik bestand im bizarren Irrglauben, daß es sich bei Tieren quasi um ethische Exoten handelt, auf die unsere herkömmlichen moralischen Theorien und Argumente überhaupt nicht anwendbar sind. Die zweite Phase bestand in der Erkenntnis, daß man über den richtigen Umgang mit Tieren genauso rational diskutieren kann wie über den richtigen Umgang mit Menschen. Und die dritte Etappe der Tierethik, um deren Verwirklichung es jetzt geht, besteht darin zu erkennen, daß KOMPLIZIERTE ethische Erwägungen über unser Verhalten gegenüber Tieren ebenso überflüssig sind wie komplizierte ethische Erwägungen über unser Verhalten gegenüber Menschen. Wahre und wirksame Ethik ist einfach.

Soweit zum Inhalt meiner Referate. Die Stimmung war diesmal wesentlich entspannter als beim letzten Kongreß vor zwei Jahren. Insbesondere hatte ich den Eindruck, daß es im Hinblick auf die Förderung des Veganismus eine deutliche Entwicklung hin zu einer vernünftigen Vorgangsweise gegeben hat. Die destruktiven Fanatiker, die nur Vegetarier abschrecken und verhindern („Vegetarier sind Mörder!") und keine Veganer schaffen, traten diesmal nicht in Erscheinung.

 



Bei der Tierschutzpartei in München


Tierschutzpartei in München

Am 28. Juni 2003 hielt ich auf Einladung der Tierschutzpartei in München zwei Vorträge. Dabei wurden auch einige gemeinsam mit A.K.T.E. erarbeitete strategische Erfordernisse thematisiert, insbesondere

  • Einigkeit der Tierrechtsbewegung,

  • Notwendigkeit, im Hinblick auf tierausbeuterische Prktiken Reform und Abschaffung anzustreben,

  • Notwendigkeit, einen "Burgfrieden" zwischen der Tierschutz- und der Tierrechtsbewegung zu erreichen.

Trotz brütender Hitze war die Veranstaltung sehr gut besucht. Im Anschluss gab es eine ausführliche Diskussion, wobei das Thema Veganismus seinem Stellenwert entsprechend berücksichtigt wurde.

Die im Vorfeld der Veranstaltung im Internet großspurig angekündigten "unangenehmen Fragen" an mich stellte allerdings niemand. Wohl deshalb, weil bei meinem Vortrag noch einmal ganz unmissverständlich deutlich wurde, dass das Ziel selbstverständlich eine tierproduktfreie Lebensweise ist. Vielleicht hat sich mittlerweile ja doch die Erkenntnis durchgesetzt, dass es nicht nur sinnvoll, sondern schlicht und ergreifend unerlässlich ist, für unterschiedliche Zielgruppen auch unterschiedliche Strategien anzuwenden.

 



"Wege zu einem ethischen Tierumgang"


Interview im Südwest Fernsehen

Am 19. Februar 2003 war ich gemeinsam mit dem Leiter des Arbeitskreises Tierrechte & Ethik – A.K.T.E. zu Gast im Studio des SR Südwest Fernsehen.

In entspannter Atmosphäre wurde mit dem Moderator, Reinhard Neubrech, und Stefan Bernhard Eck von A.K.T.E. über das Thema Tierrechte nach einem interessanten Filmvorspann von Susanne A. Ecker diskutiert.

(Inhalt des Filmvorspanns siehe unten)

 




Vom Verhältnis unserer Gesellschaft zu ihren Tieren
Susanne A. Ecker, SR Südwest Fernsehen


Tiere - sie sind unsere Mitbewohner auf der Erde. Sie teilen mit uns alles, was das Leben auf diesem Planeten zu bieten hat. Sie sind wie wir Teil eines Prozesses, den wir das Geheimnis der Schöpfung nennen. Manche Tiere sind uns ähnlich, so dass wir zu ihnen eine Beziehung aufbauen können. Sie sehen, hören, fühlen und können über diese Sinne mit uns kommunizieren. Sie zeigen uns deutlich ihre Lebensfreude und Ausgelassenheit, sie genießen wie wir die Bewegung und lieben das Spiel. Über den Grad ihrer Empfindung gibt es viele unterschiedliche Auffassungen. Sicher ist, dass Tiere ein Bewusstsein haben. Wie dieses Bewusstsein beschaffen ist, darüber können wir nur spekulieren. Denn wir sind und bleiben außenstehende Beobachter.

Im Verlauf seiner Entwicklung hat sich der Mensch das vormals wilde Tier nutzbar gemacht und zu den verschiedenen Haustierrassen domestiziert. Dieser Schritt bewirkte eine enorme Veränderung gegenüber den unsicheren Lebensverhältnissen der Jäger und Sammler. Das Tier diente als Nahrungsmittel und Arbeitshilfe. Im Gegenzug musste der Mensch allerdings für seine Ernährung und sein Wohlergehen sorgen. Schlechte Behandlung und Ausbeutung des Tieres brachten seinen frühen Tod und damit meist einen schweren Verlust. Früher hatten die Tiere in den Ställen der Bauern einen Namen - ein wichtiges Merkmal der engen Beziehung. Das gilt auch heute noch für viele Kleinbetriebe, die Tierhaltung im überschaubaren Rahmen und mit hohem Arbeitseinsatz betreiben. Hier bleibt in der Regel auch das so genannte Nutztier ein individuelles Wesen mit Anspruch auf würdige Behandlung.

Die Geisteshaltung ist offenbar ein Kernpunkt dieser Auseinandersetzung: Könnte unsere "Wohlstandsgesellschaft" auf die Beanspruchung des Tieres verzichten? Geht es uns so gut, dass wir dem Tier seine absolute Freiheit wieder schenken könnten? Unbestritten hat die Industrialisierung den Vertrag auf Gegenseitigkeit zwischen Mensch und Tier auf brutale Weise verändert. Massentierhaltung und Massenverbrauch schufen neue Sichtweisen, die dem Nutztier die Seele absprechen. Wo vormals das Bewusstsein der gegenseitigen Abhängigkeit und ein maßvoller Konsum den Umgang mit Tier und Natur sicherten, brach nun das Profitdenken alle Schranken. Wie in der menschlichen Sklaverei wurden Lebewesen zu Objekten degradiert. Seltsamerweise änderte sich mit dieser zunehmenden Entfremdung aber auf anderer Ebene die Beziehung zum Tier. Je kälter die Lebens- und Produktionsbedingungen auf der einen Seite, desto stärker das Bedürfnis der Menschen nach der Gemeinschaft mit Tieren im Privatbereich. Eine unbewusste Reaktion auf die legalisierte Gewalt am Mitgeschöpf?

Ohne Tiere wäre für viele Menschen das Leben schlicht unerträglich. Kommunikationsmangel und Vereinsamung treffen vor allem Randgruppen. Etwa Obdachlose, Alte und Kinder, die auf Zuwendung und Berührung dringend angewiesen sind. So betrachtet hat die Abhängigkeit des Menschen vom Tier eher zugenommen. Doch auch diese Entwicklung hat Schattenseiten: die Vermenschlichung. Nur ein Tier, das sich selbst treu bleiben darf, kann etwas von dem geben, was es ist.

Für die gelungene Sendung und die gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Tierrechte & Ethik und dem SR Südwest Fernsehen ("Beo & Co."), insbesondere mit der Redakteurin Sabine Frank, Susanne Ecker und dem Moderator Reinhard Neubrech bedanke ich mich ganz herzlich.

 



Zu Gast bei A.K.T.E. in Saarbrücken - Podiumsdiskussion


Podiumsdiskussion in Saarbrücken

Am 19. Februar 2003 fand im Bistro "Tierlieb" in Saarbrücken im Anschluss an meinen Fernsehauftritt in der Sendereihe Beo & Co. des SR Südwest Fernsehens eine Tierrechtsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Tierrechte & Ethik – A.K.T.E. zum Thema "Wege zu einem ethischen Tierumgang" statt. Jürgen Kreitner, ein Mitarbeiter von A.K.T.E., übernahm die schwierige Aufgabe der Diskussionsleitung.

Allein schon die unerwartet große Zahl der Gäste, schätzungsweise 50 bis 60 interessierte Tierrechtler, Tierschützer und Tierfreunde, die sich an der Diskussion rege beteiligten, und das Interesse der Saarländischen Presse, die ebenfalls anwesend war, sprechen für den Erfolg dieser Veranstaltung. Wie zu erwarten war, wurde das Thema, das bekanntlich viel Zündstoff für eine kontroverse Auseinandersetzung beinhaltet, auch dementsprechend "heiß und heftig" diskutiert. Unterschiedliche Positionen prallten aufeinander. Insgesamt gesehen, wurde eindringlich für die Verwirklichung des Tierrechtsgedankens geworben.

Nach fast dreistündigem "Schlagabtausch" vor und mit dem Publikum wurde unsere Diskussion, an der sich insbesondere auch Stefan Bernhard Eck, Folko Niebelschütz, Jürgen Kreitner, einige A.K.T.E.-Mitarbeiter/innen und die Redakteurin der Sendereihe Beo & Co. beteiligten, bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt. Alte Positionen wurden überdacht, neue wurden formuliert, pragmatischen Erwägungen wurden ethische Prinzipien gegenübergestellt, Zielsetzungen wurden definiert und die Geschichte der Philosophie wurde nach Präzedenzfällen untersucht. Dank eines sehr offenen und intensiven Gedankenaustausches bestand das Ergebnis dieser Nachtarbeit, die auf vielen Vorgesprächen zwischen Stefan Bernhard Eck und mir aufbaute, in einem tragfähigen Konsens zur Vegetarismus/Veganismus-Debatte. Dieser Konsens soll als Basis für eine fortzuführende und zu vertiefende Beschäftigung mit diesem Thema dienen und eine gedankliche Richtschnur für die momentane Beurteilung und Vorgehensweise darstellen, die von allen rational denkenden Vegetariern und Veganern, von Tierrechtlern und Tierschützern gleichermaßen akzeptiert werden kann.

(Siehe hierzu: Im Blickfeld / Workshop / A.K.T.E.-Kaplan-Konsens)

 



19.09.02 Interview mit dem Sender Freies Berlin - SFB zu Gast bei Helmut Kaplan


Interview mit SFBAm 19. September kam ein Filmteam aus Berlin zu mir nach Salzburg, um im Auftrag des SFB ein Interview für eine wissenschaftliche Dokumentation zu drehen. Dabei wird es um einen Bericht über unseren gegenwärtigen und künftigen Umgang mit Tieren gehen, wobei insbesondere die naturwissenschaftlichen und ethischen Aspekte behandelt werden. Anschließend fuhr das Team an die Harvard University, um dort Edward O. Wilson, den Begründer der Soziobiologie, für den Film zu interviewen.

 

 


08.09.02 "Tierrechtskongress Wien"

Tierrechtskongress in Wien 1Auf dem ersten europäischen Tierrechtskongreß in Wien habe ich am 8. September 2002 zwei Referate gehalten: ein Impulsreferat zum Thema "Müssen Tierrechtler Veganer sein?" mit anschließender Diskussion und einen Hauptvortrag "Zur Gewaltfrage in der Tierrechtsbewegung". Tierrechtskongress in Wien 2

Die Diskussion zum Thema Veganismus empfand ich unter anderem aus folgenden Gründen als nützlich bzw. erfreulich:


a) Es ist mir, denke ich, gelungen, einer Mehrheit der Anwesenden klarzumachen, worum es mir bei meinem Aufsatz "Müssen Tierrechtler Veganer sein?" letztlich ausschließlich gegangen ist, nämlich um die Frage: Welcher "offizielle Kurs" ist in der jetzigen historischen Phase der Tierrechtsbewegung am besten geeignet, die "Normalbevölkerung" in Richtung Tierrechte zu bewegen? Diese Fragestellung wurde ja den ganzen Sommer lang mit einer für mich überhaupt nicht nachvollziehbaren Hartnäckigkeit nicht zur Kenntnis genommen. Anstattdessen wurde mir unter anderem unterstellt, es gehe mir um die Frage "Ist der Vegetarismus / Veganismus an sich richtig?" oder "Wie kann ich, Kaplan, meinen persönlichen Lebensstil rechtfertigen?"

b) Eine Mehrheit hat sich meiner Position, daß wir in der Öffentlichkeit jetzt primär pro Vegetarismus argumentieren sollen, denke ich, dann auch angeschlossen, nicht zuletzt dank einer eindrucksvollen empirischen Demonstration: Ein Diskutant forderte alle Veganer im Saal, die mit einem Schritt vom Fleischesser zum Veganer geworden waren, auf, ihre Hand zu erheben. Ergebnis: keine einzige Hand erhob sich.

c) Für mich wurde jetzt verständlicher, warum die Angriffe auf mich zum Teil so persönlich und vehement ausfallen: Ich bin offenkundig in viel, viel höherem Maße als ich dies je für möglich gehalten, geschweige denn reigistriert hätte, zu so etwas wie einer Identifikations- bzw. Symbolfigur geworden, der man jede Abweichung vom imaginierten Ideal entsprechend übelnimmt.

Tierrechtskongress in Wien 3Bei meinen Ausführungen zur Gewaltfrage ging es mir unter anderem darum, die Tierrechtsbewegung vor zwei fatalen Tendenzen zu bewahren:
- Naivem Pazifismus von der Sorte "Wir bleiben für alle Zeit und unter allen Umständen gewaltfrei!"
- Allzu leichtfertigem Umgang mit Gewalt nach dem Motto: "Geredet haben wir genug, jetzt gilt es zuzuschlagen."
Mir war wichtig, auf zweierlei hinzuweisen:
- In der Politik bzw. politischen Ethik gibt es seit ein paar Jahren eine für die Tierrechtsbewegung im allgemeinen und für Tierbefreiungen im besonderen höchst interessante Entwicklung ­ Stichworte Bosnien, Srebrenica ­, nämlich eine Konsensbildung in Richtung: Unter bestimmten Umständen ist Gewalt nicht nur zulässig, sondern sogar geboten. Tierrechtskongress in Wien 4
- Ganz entscheidend ist die historische Perspektive: Vieles, was heute selbstverständlich ist ­ etwa, daß Sklaverei falsch ist -, war früher alles andere als selbstverständlich. Wer in bezug auf Tierrechte recht hat, präziser: recht bekommen wird, kann heute mit Sicherheit niemand sagen, das entscheidet die historische Entwicklung. Aber Fakten und Vernunft sprechen dafür, daß die Akzeptanz von Tierrrechten sich analog zur Akzeptanz von Menschenrechten entwickeln wird.

 



7. Februar 1997 in Braunschweig - "Alte Waage"

Braunschweig 1997

Gemeinschaftsprojekt des Philosophischen Seminars der Technischen Universität Braunschweig, des Amtes für Religionspädagogik der Braunschweigischen Landeskirche, des Literaturbüros der Stadt Braunschweig und der Volkshochschule. Öffentliche Tagung zum Thema "Tiere ­- Rechte -­ Ethik" Im Rahmen dieser Veranstaltung referierten auch Hans Wollschläger, Jean-Claude Wolf und Günter Altner. Titel meines Vortrages: "Tierrechte und Menschenrechte".

 

 


Kaplan referiert in München, 25. 05. 1996

München 1996

Veranstaltungen der Thomas Dehler Stiftung in München zum Thema "Menschenrechte und "Tierrechte".

Schwerpunkt des Vortrages: Bei Menschenrechten handelt es sich keineswegs um philosophisch wie rechtlich gleichsam "bewiesene Tatsachen". Vielmehr haben wir es hier letztlich mit bloßen Setzungen (bzw. mit Destillaten aus anthropozentrischen Weltanschauungen) zu tun. Mehr noch: Die Begriffe, mit denen im Zusammenhang mit Menschenrechten operiert wird, sind geradezu Musterfälle von Vagheit und Beliebigkeit. Man denke nur an den Begriff der Menschenwürde! Obwohl es sich aber bei Menschenrechten, um bloße Setzungen handelt, die obendrein mit völlig nebulosen Begriffen formuliert werden, besitzt man die Frechheit, bei Tierrechten klare Begriffe und strikte Ableitungen zu fordern. Diese Doppelmoral im Umgang mit Menschen und Tieren hat System. Ein Beispiel aus einem anderen Bereich. Geht es um das Wohl von Menschen, begnügen wir uns mit Wahrscheinlichkeit, geht es um das Wohl von Tieren, fordern wir Sicherheit: Tierversuche werden damit gerechtfertigt, dass ihre Ergebnisse wahrscheinlich auf den Menschen übertragbar sind. Verbesserungen in den Lebensbedingungen von Tieren (zum Beispiel Verbot von Batteriehaltung von Hühnern) werden hingegen häufig mit dem Hinweis abgelehnt, dass nicht sicher sei, dass sie leiden. Diese Doppelmoral im schlechtesten Sinne des Wortes ist weder logisch noch ethisch zu rechtfertigen.

 


Peter Singer zu Gast bei Helmut Kaplan in Salzburg - 1988

Peter Singer & Helmut KaplanNach umfangreicher Korrespondenz im Zuge der Vorarbeiten für eine Studie über Peter Singers Philosophie des Vegetarismus, die unter diesem Titel 1988 im Verlag Peter Lang erschienen ist, wird persönlicher, freundschaftlicher Kontakt und konstruktiver Gedankenaustausch. Ende der 80er Jahre Vorbereitung und Leitung von einigen Veranstaltungen an der Universität Salzburg, bei denen Peter Singer referierte und seine Thesen zur Diskussion stellte.

 

 




www.tierrechte-kaplan.org - Kaplan@vegetarismus.org